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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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durch Eigennutz, Selbstsucht und gewissenlosen Leichtsinn ihrerHerren vernichtet. Ach, die armen Unglücklichen! Es sollteihnen geholfen werden, und man stieß sie von der erhabenenMenschenstufe in den Werth und Rang der Thiere hinab. WirdGott, der große Vergelter, nicht einst ihretwillen Rechenschaftfordern? Wehe denen, die Menschenseelen verderben lassen, umihren Mammon zu vergrößern!

Unterricht ohne Gewöhnung zur Sittenstrengeund Genügsamkeit ist falsche Hilfe, wie alle vorigen Arten.Auch der ärmste Mensch kann ein vollendeter Mensch sein.Bloßer Unterricht allein thut cs nicht. Einübung der Tugendmuß hinz-ukommen. Unterricht erfordert Jahre; eine Tugendaber lieb zu gewinnen, ist ein Augenblick genug, und eineTugend zu üben, gibt jeder Athemzug Gelegenheit.

Ihr wollet der Armulh steuern, um deren traurige Erfah-rungen zu mindern. Es sei! Aber nicht Almosen mindert,und auch nicht reichlich belohnte Arbeit mindert die Armuth,sondern Genügsamkeit mit Wenigem! Wer für sich selbstwenig bedarf, ist reich, und kann von dem Ucberflüssigcnmittheilen. Wer viel Bedürfnisse hat, leidet auch bei großerEinnahme Noch.

Darum, wer Bedürftige bereichern will, lehre siestolz darauf werdcn , vieles entbehren und wenigvonnöthcn haben zu können; er begeistere sie für diehöchste Sittcneinfalt und das Glück der mäßigen Lebensart.Er zeige ihnen die daraus hcrvorblühende Lcibesgesundheit unddas erwachsende Vermögen, Andern nützlich zu werden, undWohlthäter zu sein, ohne Geld und Gut zu besitzen. Er weckeihren Stolz, unabhängiger zu werden von den Launen derNebcnmenschen dadurch, daß man ihres Beistandes meistensermangeln kann. Und bei Genügsamkeit wohnt dauerhaftesErdenglück.

Aber darin liegt die Barmherzigkeit Vieler, die sich Menschen-freunde zu sein dünken, daß sie den Dürftigen für seine Arbeitbesser kleiden, mit angenehmen Speisen erlaben, und an gewisseBequemlichkeiten gewöhnen, die ihm vorher gleichanst g war.n.