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thierischen Daseins zu vermehren suchen, um ein Volk in fort-währender Arbeit und Sorge zu einem gedankenlosen Werkzeugzu machen? Was ist das Chriftcnthum — was der Zweck derMenschcnschöpfung, wenn der Sterbliche die Ordnungen derNatur umwälzt, das Thierischc zum WichVgsten, das Göttlichezur Nebensache macht? — Warum gab die Gottheit uns denunsterblichen Geist? Warum erschien Jesus, der Welterleuchter,auf Erden? Warum ist eine Ewigkeit, wenn die Fertigkeiten desLeibes und Verstandes nur für das Irdische gebildet, und lebens-lang für Erwerb von Kleidern, Speisen und für andere Sinnen-gcnüsse angewendct werden? wenn man den zur Seelenerhebunggeweihten Sonntag wieder zur rohen Erholung von körperlichenBeschäftigungen, den Gottesdienst zur langweiligen Ehrensache,die Religion zu einer Gewohnheitsübung macht? Welche Sitte,welches Zeitalter, wo die Bestimmung des Menschen in todtemBetrieb seiner Kunst, seines Gewerbes anfängt und endet, ohnedas Höhere zu ahnen! wo der Mensch, wie das im Sande schar-rende Thier, so lange die Erdscholle umwirf: und bearbeitet, biser sie für seinen Enkel wieder mir dem Staube seines eigenen Leich-nams düngt! Dies aber ist das Leben der ineisten heutigen Christen,die eine Sehnsucht zur Religion, aber keine Zeit dazu haben.
Es wird bei uns viel von Armuth und Wohlthätigkcitsanstaltengesprochen. Aber die rechte Gefahr der Armuth, die aus ihr ent-springende Geisteslähmung und Seelenverwilderung,werden von Wenigen gehörig gekannt, und daher auch nichtgewürdigt. Man glaubt schon Alles geth<Är zu haben, und denEhrenkranz zu verdienen in den Augen der Gottheit und Mensch-heit, wenn man die Straßen frei hält von müßigen Bettlern,und Jedeni, der arbeitsfähig ist, Gelegenheit gibt, sich durcheigene Arbeit zu nähren, und vielleicht reichlich zu nähren. Ja,ihr gäbet den Müßiggängern Arbeit) aber ihr machtet sie durchVermehrung ihrer Bedürfnisse noch ärmer, als sievorher waren. Sie waren Müßiggänger, und ihr habt siein Sklaven erkünstelter Nothwendigkeit — ach, in lebendigeMaschinen verwandelt, denen Gott vergebens eine Seelegegeben !