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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
121
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Bete und arbeite! jenes Gottesgcsctz: Im Schweiß deines An,aesichts sollst du dein Brod essen. Aber er warnte vor der ängst-lichen Sorge, welche einen Mangel des Vertrauens auf Gottvcrrälh; vor jener beständigen Unruhe des Grmüths um irdischeAngelegenheiten, welche die edelsten Kräfte des Geistes und derGesundheit verzehrt, und untüchtig macht, sich über die Sinn,lichkeit zu erheben.

Fürsorge ist gut, sie stählt unsern Muth; aber bangeVcsvrgniß ist schädlich, sie schwächt unsern Muth und nimmtuns die Kraft, möglichen Unfällen auf die zweckmäßigste Weisevorzubeugen, oder, wenn wir sie nicht verhindern können, dochihre nachtheiligcn Folgen zu verkleinern. Daher, wer den Muthnicht verliert, hat den Sieg schon halb gewonnen. Auf Allesgefaßt seilt, heißt schon den meisten Gefahren entronnen sein.

Uebcrwinde dich selbst, und du hast die Welt überwunden.Sei mäßig in deinen Wünschen, und deine Besorgnisse werdensich von selbst mäßigen. Liebe nichts mit allzuunbcgrenztcr Liebe,als deine Tugend; und der Verlust dessen, was irdisch ist, undfolglich doch einmal, sei es früh oder spät, verloren sein muß,wird dich weniger erschrecken. Was würde dir wohl auf Erdenam bittersten sein, wenn du es einbüßen solltest? Sind es deineKinder? Ist cs dein Gemahl? Ist es dein Freund, dein Ver-mögen, oder dein Stand, oder dein Ansehen, oder dein Vater-land'? Worüber würdest du am allcruntröstü'chsten sein? Gut,denke, daß es dir nach Gottes Nathschlust genommen werdenkönne; mache dich sogar vertraut mit diesem Gedanken. Dennwahrscheinlich bist du bestimmt, das cinzubüßcn, woran deinHerz am allcrfcstcsten hängt, weil cs dich eben durch diese Leiden-schaftlichkeit hindert, inniger an Gott und Ewigkeit zu hangen;dich hindert, dein Gluck durch Tugenden in dir selbst unerschütter-lich zu gründen. Es ist der Gottheit Wille, deinen Geist von dem,was vergänglich ist, emporzuz'chen nach dem Unvergänglichen.Bereite d,ch also auch auf das Schwerste vor, um, wenn derprüfende Augenblick kommt, nicht alle Glückseligkeit mit einemSchlage zu verlieren. L cbsc du Gott, so b.st du überzeugt, daßalle Dinar zu deinen: Besten dienen müsstn.l.

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