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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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wattigen Umstände denkt, nicht an die möglichen Folgen seinerHandlung; wer über den Besitz einer einzigen Sache alles UebrigcVergißt: der rennt mit strafbarem Leichtsinn in den Abgrundseines Verderbens. Was ist es denn, das dem Menschen diemeiste Freude macht, wenn es nicht das Gelingen seiner Müheist, sich em besseres Loos zu bereiten, oder Uebeln abzuwchren,die im Anzüge sind? Ein Glück, ein Vortheil, so uns ohneunser Zuthun erwächst, macht nicht den zehnten Theil des Ver-gnügens, als was die Frucht unsers Nachdenkens und Fleißeswar. Denn in dieser erkennen wir unsere eigene Kraft, und dieWahrnehmung derselben erfüllt uns mit Achtung für uns selbst.Wir lieben, was wir durch Sorge und Arbeit erworben haben;denn es ist erst durch uns da, cs würde ohne uns nicht gewesensein, es ist gleichsam aus uns hcrvorgcgangcn, es ist Eins mituns. So liebt auch Gott seine Geschöpfe.^

Je mannigfaltiger daher häusliche Sorge ist, je häufigerww bald diese, bald jene kleine Gefahr von uns oder demHaupte der Unsrigcn abzuwendcn haben; je verschiedener diekleinen Hindernisse sind, welche wir zur Zufriedenheit unsererFamilie balo hier, bald da aus dem Wege räumen müssen; jeöfterer uns unsere Fürsorge, unsere Unternehmung, unser Rath,unser Anschlag gelingt: um so mannigfaltiger, um so häufiger istdas Glück, welches wir genießen. Wir leben doppelt selig imAnschauen unserer Werke; denn cs sind unsere Werke, sindredende Zeugen unserer Sorgfalt, unserer Einsicht, unserer Kraft.Hundert Kleinigkeiten, welche das Auge der Fremden gar nichtbemerkt, werden auf diese Weise Duellen unserer Freude. Wirfühlen es tief, daß häusliche Sorge das wahre häusliche Glück bringt.

Wenn Jesus lehrte:Sorget nicht für den andern Morgen,"wollte er uns damit nicht zur Unthätigkeit verdammen, oderden Leichtsinn empfehlen. Cr selbst bewies von diesem in seinemganzen Lebenslauf das Gcgenthcil. Er sorgte für das Glückdes ganzen menschlichen Geschlechts. Cr eiferte gegen Leicht-sinn, Wohlleben und Müßiggang. Er empfahl, wie jederseiner Jünger, wie Paulus (2. Thess. 3, 6. f.), die Tugend derArbeitsamkeit, und lehrte bei jeder schicklichen Gelegenheit das: