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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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bei jeder Gefahr verzagt, so wenig bedacht auf Alles, was ihnenschon ihre Vergangenheit sagte, so wenig mit milchiger Zuversichtauf die himmlische Vorsehung hinblickcnd, daß sie bei jeder neuenDrohung der Schicksale in neue Furcht gerathen.

Die Sorge ist der Leiden größtes, nicht weil alles Sorgen ansich selbst schon ein Nebel wäre, sondern weil der kleinmüthigeSterbliche cs zum Nebel macht. Denn jeder Gedanke an Zu-kunft, und das Bestreben, künftigen Nebeln vorzubeugen, istPflicht; aber mit Angst und Zittern das Kommende erwarten,ist gegen die Pflicht des Chr'stcn, der einen Gott glaubt undJesu tröstendes Wort im Herzen trägt.

Jeder Mensch, er sei noch so glücklich, hat seine eigenenSorgen; keiner ist davon befreit; denn jeglicher richtet forschendseinen Blick auf die bevorstehenden Zeiten; aber was sie ihmbringen, kennt er nicht. Der Beglückteste weiß nicht, ob er esnoch den folgenden Tag ist.

Die Sorgen wachsen, wie die Erkenntniß der Menschenvon der Unzuverlässigkeit der äußern Glücksgüter wächst. Dasunwissende Kind sorgt am wenigsten, weil es noch mit demWechsel der Dinge zu unbekannt ist. Es glaubt, was es hat,zu haben, so lange es ihm gefällt; es fürchtet keine bösenEreignisse, weil ihm noch keine erschienen sind.

Die Sorgen wachsen, wie die Anhänglichkeit der Menschenan äußere Glücksgüter wächst. Wer die meisten leidenschaftlichenNeigungen hat, der hat die meisten und schwersten Sorgen.Wer von unmäßiger Ehrliebe beherrscht wird, und zuviel Werthauf das günstige Urthci! des großen Haufens setzt, wird beständigvor der Möglichkeit zittern, durch irgend einen Umstand sein bis-her genossenes Ansehen zu verlieren. Wer zuviel auf Erwerboder Besitz zeitlichen Vermögens hält, wird beim leichtesten An-schein von Gefährdung desselben in Schrecken gerathen. Willstdu weniger von Sorgen gequält werden, so mindere nur deineallzuheftige Neigung für das, wack dir am liebsten ist. Brichdie Macht der dich beherrschenden Leidenschaft. Lerne den Werthdessen richtiger schätzen, was für dich bisher einen übertriebenenWerth hatte. Was uns jeder Zufall rauben kann, darauf müssen