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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
111
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die gehörige Weise anfäugst. Dann tritt auch deines GottesSegen hinzu. Und woran du manches Jahr verzweifelst, kanndir ein einziger Tag verschaffen.

Verschaffe dir vor allen Dingen die genaueste unddeut lichste Erke nntniß vom gegenwärtigenZustandedeines V ermögens. Ohne diese Einsiclst, welche dir tägli chklar sein muß, stehst du in einer fortwährenden Ungewißheitund Unruhe, m>d deine Maßregeln werden schwankend, weildu nie zuverlässig weißt, ob du zu viel oder zu wenig thust.Verhülle und verhehle dir nichts, verschönere dir nichts. Baueauf keine Hoffnungen, sondern siehe an, was ist. Rechneauf nichts, als was ou wirklich hast und dir unwidersprechlichgehört. Und wäre cs noch so wenig, viel weniger als duselbst glaubtest: genug, daß dich schon die Gewißheit davonruhig und fest in deinen Entschlüssen macht. Je größer dasUebcl,' je größer der Muth. Nur hüte dich vor falscher Scham.Ergreife einen ächten Stolz; den Stolz, daß du dein Schicksalunverschuldet trägst. Was Gottes Werk ist, dessen darf derMensch sich nicht schämen.

Und von diesem Augenblick an entwirf qeinen Lcbensplan.Entferne Alles, was entbehrlich genannt werdenkann, ohne Zeitverlust. Begnüge'dich mit dem Wenigsten.

Deine Kraft sei größer als Alles, dein Vertrauen auf GottesBeistand am allergrößten. Dieser Muth in bösen Umständenwird dich mit ungewohnter Heiterkeit erfüllen. Deine kaltblütigeEntschlossenheit wird vir selbst ein Gefühl eigener Größe geben,das du noch nie hattest. Du wirst zuletzt über dein Schicksalerhaben Hinblicken, und über mancherlei Entbehrungen sogarscherzen können, über welche die Schwächern seufzen.

Laß dich von diesem Entschlüsse durch keinefalsche Scham abwendig machen, (^ei nur wahr gegendich und Andere. Nenne die Dinge, wie sie sind, und du wirstnichts mehr fürchten. Wer aber ohne Furcht lebt, der ist schonein halbbeglückter Mensch. Deine Festigkeit, deine Offenheitwerden von allen Rechtschaffenen geachtet sein, und selbst ihrMitleiden wird sich gegen dich mit einer gewissen Ehrfurcht