und folge mir nach. Und es ist nicht unmöglich, ihm, demSohne Gottes, nachzuahmen.
Du sprichst: cs sei zu viel gefordert! — Siehe, es gibtMenschen, deren Beruf/deren süßestes Geschäft cs ist, aus Liebesich selbst zu vergessen, und alle ihre Mühe, alle ihre Sorgeohne Unterlaß Andern zu weihen; nichts für sich, Alles fürAndere zu sein.
So ist es schon durch ihren Stand die christliche Haus-mutte-.'; sie wird cS noch mehr durch die eigene frommeNeigung ihres Herzens, wenn sie den schönen, ehrwürdigenNamen ganz verdienen will, welchen sie trägt.
Sie sorget Tag und Nacht — aber nicht für sich, sondernfür das Wohl der ihr Anvertraueten. Sie arbeitet unablässig/aber es ist nicht für ihren eigenen Unterhalt, sondern für daSWohlsein der Ihrigen. Sie sinkt des Abends ermüdet aufihr Lager und sammelt neue Kräfte, nickt für fick, nein fürAndere. Ihr Gatte, ihre Kinder, ihr Hausgesinde, ihreAngehörigen sollen des Lebens froh werden. Sic "hat fürihr ganzes mühevolles Leben keine andere Belobnung, als denAnblick derer, die sie zufrieden macht. Dafür spart sie, dafürbekümmert sie sich, dafür entbehrt sie so Vieles.
Sie selbst gehört sich nicht. Sie hat ihr Schicksal, Glückund Unglück an das Schicksal, Glück und Unglück eines Mannesgebunden, der ihr einst fremd war. Was er ihr für ein Loosbereitet, mit dem nimmt sie in dieser Welt vorlieb. Wird er arm,sie theilt seine Armuth; wird er verfolgt, sie trägt unschuldigseine Leiden mit ihm; wird er krank, sie wartet und pflegt fein,und leidet mehr, als er selbst. Sie ist nichts für sich, Allesfür einen Andern.
Sie gehört sich nicht selbst. Sie ist Mutter, sic lebt für ihreKinder; sie lebt in ihnen mehr, als in sich selbst. Mit Schmer-zen und Gefahr gab sie ihnen das Leben; mit tausend kleinenOpfern erkaufte sie deren Gesundheit. Sie wachte, wenn alleAndern schlafen konnten, in nächtlicher Stille für den geliebtenSäugling. Sie hütete das holde Kind am Krankenlager, undhorchte auf dessen Athemzüge, und betete in der Einsamkeit.