Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
86
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Dasein. Wenn es auch draußen stürmt, wenn auch der Wohl-stand wankt: nur Frieden im Herzen Aller, die den Vaterumringen, nur die Tugend der Hausgenossen nicht wankend!Dann läßt sich jedes Unglück leicht ertragen, und selbst dasgrößte Uebel wird durch den Gedanken versüßt: Wir haben esnicht verschuldet noch verdient! Dies Uebel ist nur ein GesandterGottes an unser Haus. Wir können wohl noch ärmer werdenan Gut und Vermögen; aber unsere Herzen bleiben reich anfrohem Bewußtsein, reich an Zuversicht zu Gott!"

Wohl mir, auch ich kenne noch Familien, in welchen dieserbeseligende Geist waltet, der über alle Ungewitter des Lebensemporhebt. Auch ich kenne noch Familien, deren Haupt unterseinen Lieben gleichsam als ein Hoherpriester Gottes dasteht, umseiner Tugcndopfer willen gesegnet, und Alle, die ihm angehörcn,zu Gott hinanführend.

Religiosität, ächte Gottesfurcht, beständige Achtung undLiebe gegen das höchste Wesen, ist die Vollendung der Kronedes christlichen Hausvaters. Alle seine Hausgenossen sehen undvertrauen auf ihn; er mit Allen sieht und vertraut auf denVater aller Wesen. Er soll der Stellvertreter Christi sein.(Eph. 5, 22, desgleichen 6, 1.) Dankbar empfängt er alleguten Gaben vom Herrn, auch das Leiden, auch die Entbehrung;denn auch diese sind nothwendig, unsere Kraft zu stärken, unfernGlauben zu erhöhen, unser Gcmüth zu veredeln und an dieHinfälligkeit dessen zu mahnen, was wir auf Erden besitzen.

Und was kann allen Gliedern einer Familie inniger« Zu-sammenhang geben, als die gleiche Liebe, der gleiche Glaube,die gleiche Hoffnung zum Ewigen? Was kann ehrwürdiger sein,als der Hausvater, still betend im Kreise seiner Kinder? Waskann rührender und zugleich beruhigender sein am Sterbebetteeines der Getreuen von der Hausgenosscnschaft, als der weh-müthige Abschied Aller von dem Geliebten mit dem Blick vollZuversicht zum Himmel, der da spricht:Wir haben uns nurauf kurze Zeit einander verloren! Die Hand, welche uns hierzusammenführte, die Hand, welche uns durch das Dunkel dieses