strengen Gehorsam gegen seine Vorschriften und Befehle zufordern. Ohne Gehorsam ist kein Reich, kein Hauswesendauerhaft.
Zwar läßt sich wohl äußerlicher Schein des Gehor-sams erzwingen; aber dies ist nichtein solcher, der segenvollund fruchtbringend ist. Wo nur das gethan wird, was noch-wendig ist, da wird wenig gethan! Wo das Gesinde nur seineSchuldigkeit leistet, so weit das Auge der Herrschaft reicht, daist Zeitverlust, Nachlässigkeit, Untreue daheim. Da wird beimäußern Schein guter Ordnung verwahrloset, verschwendet, ohnedaß es Diesem oder Jenem zugerechnet werden kann. Darummuß in keinem Hause Gehorsam herrschen aus Furcht, sondernnur aus Liebe. Nur die Liebe bebt den verlornen Brosamen auf,daß nichts umkomme; erhält das Veraltete neu; zollt Ehrfurchtauch im Geheimen, und wendet Schaden und Gefahr ab, woes sonst Niemand bemerkt. Dies ist der ächte christliche Gehorsam,welchen das göttliche Wort allen Untergebenen empfiehlt. Nurdiesen wünscht der weise Hausvater unter den Seinigen zu-empfangen. Aber ihm ist auch wohl bekannt, daß Liebe undEhrfurcht nicht geboten werden können, sondern durch eigenesBemühen erworben werden müssen. Denn der Mensch kann zwarseine Arme vermiethen, aber sein Herz bleibt frei. Auch derGewaltigste auf Erden kann den Aermstcn auf Erden nichtzur Liebe und Freundschaft nöthigen, er gebe denn Liebe undFreundschaft zuvor.
Das Beispiel des Gehorsams im Hauswesen sollen vor allenAndern die Kinder geben gcgen.ihre Aeltcrn. Wehe derFamilie, in welcher der Wille des Sohnes oder der Tochter wagte,sich gegen den Willen der Aeltern zu empören! Und wenn diesVerbrechen begangen wird — wem soll es zugerechnet werden?Ist es nicht die Frucht der schlechten Erziehung? Trug nichtvielleicht allzugroße Nachsicht und Zärtlichkeit der Mutter dieerste Schuld an diesem Unglück, oder die Sorglosigkeit desVaters?
Wie groß und vielfältig auch die Berufsgeschäste des Haus-vaters sein mögen: die Erziehung seiner Kinder bleibt sein heilig-