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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
65
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gern den Männern allein überläßt: so sind diese Vergnügungengegen den Anstand und die gute Sitte Verläugnungen unscrseigenen Werthes und unserer Würde. Wenn Personen, diedurch ihren Beruf, durch ihren Stand Ehrfurcht von Unter-gebenen fordern, sich Lustbarkeiten überlassen, die mit der Ehr-furcht, welche ihnen gezollt wird, schlecht zusammenstimmen,wenn Aeltern Possen treiben, durch welche sie ihrer eigenenKinder Spott und Gelächter werden, wenn wir Zerstreuungund Vergnügen an Orten suchen, oder in Gesellschaften, welchedurch die Art ihrer Unterhaltungen, durch den daselbst herr-schenden Ton nicht im besten Rufe stehen: so sind diese Sündengegen das Schickliche Herabwürdigungen des eigenen Werthes,Aufopferungen jener öffentlichen Achtung, die uns uni des Ein-flusses willen theuer sein muß, den sie uns auf Andere, und be-sonders auf Untergebene, gewährt.

Auch die erlaubten und anständigen Zerstreuungen und Lust-barkeiten, an welchen wir Freude finden, sollen wir nur inMäßigkeit genießen, das heißt: sie sollen uns Erholungensein, nicht alltäglich und bis zur Leidenschaft ge-nossen werden. Sabald gewisse Vergnügungsartcn uns zumnothwendigcn Bedürfniß werden, verlieren sie den schönsten Theilihrer Wohlthätigkeit. Wir machen uns von ihnen abhängig,statt daß sie von uns abhängig sein müssen; sie beherrschen uns,und wir verlieren von unserm Glück, von unserer Ruhe, wennwir sie verlieren. Wir sind auf dein Wege, leidenschaftlichzu werden und, ohne auf Vernunftgründe zu hören,uns dem St'roine der Lust zu überlassen; wir sind auf demWege, unsere heiligsten Pflichten gegen unsere Gesundheit, gegenunsere Vorgesetzten, gegen unsere Untergebenen, gegen unsereGeschäfte zu vernachlässigen. Wir hören auf, gute Menschenzu sein, und sind von der Stunde an auch nicht mehr glücklicheMenschen.

Das Vergnügen ist für Geist und Körper nur Arznei. DurchUebermaß verwandelt unsere Thorheit die köstliche Arznei intödtendes Gift.