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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
57
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wünschen, Nicht aber die verborgenen Mängel; daß wir eben fovon Andern beneidet werden, die das Verdrießliche unserer Ver-hältnisse nicht kennen, wie wir Andere beneiden, deren geheimeLasten aber uns nicht drücken.

Wir quälen uns also durch Unzufriedenheit mit unsermStande eben so thöricht als vergeblich. Wir beweisen mit die-sem Fehler, wie wenig wir die Welt kennen; wie verbesserns-würdig nicht unsere Lage, sondern unser Herz sei; wie wenigZuversicht wir auf die Führungen Gottes haben; wie wenig wirwahre Nachfolger Jesu sind, der durch Tugend groß,durch Demuth erhaben war.

Der Mensch hat auf Erden keinen größern Verfolger, alssich selbst. Kein anderer Mensch kann uns so viel Schmerzenzufügen, als wir uns selbst, durch unsere thörichten Neigungen,durch unsere heimlichen Laster, oder durch die Fehler, welche wirfrech genug sind, vor Andern zur Schau zu tragen.

Sehet den Menschen, welchem sein Stand nicht genügt,den sein Beruf verdrießt, der seine Lage verwünscht: wie plageter sich in der Stille mit tausend Plagen, ohne daß ihn seinerThorhcit willen Jemand bemitleiden möchte! Er hat nicht Muthgenug, seiner selbst Herr zu werden, und den Fehler der UwZufriedenheit abzuwerfen; darum ist er unglücklich, und ist esdurch seinen Wahnsinn.

Sein mürrisches Wesen, sein unfreundlicher Blick hält dirFröhlichkeit von ihm zurück, und beleidigt die, welche mit ihmleben müssen. Er ermüdet uns mit seinen Klagen, mit seiner«!beständigen Tadel alles dessen, was ihm begegnet. Seine ver-borgene Ehrsucht und' Eitelkeit wird wider seinen Willen, inAllem, was er thut, der Welt verrathen, und sie verachtetden, welchen sie nicht ehren kann; sie verspottet den, der durchwahre Bescheidenheit, durch ungeheuchelte Demuth die Liebe undHochachtung Aller an sich ziehen könnte.

Er ist unzufrieden mit seinem Stand und Erwerb, westderselbe seinem Hang zum Großthun und Glänzen kein Genügethut. Wir sehen den Thoren, wie er einen Aufwand über seineKräfte macht, wie er sich zu Grunde richtet, wahrend er bei