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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
41
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werden eine heitere Stille in dein Herz gießen. Du wirst einbesserer Mensch geworden sein, und dich getrösteter in ÜbelnTagen, besonnener in frohen Stunden fühlen, und freudigerwird dich immer die Erinnerung an deinen Gott überraschen.

Es ist damit nicht gesagt, daß du am Sonntag, unaufhörlichmit frommen Betrachtungen beschäftigt, allem andern Genüsseund allen andern Freuden entsagen solltest. Nein, der sterb-liche Mensch hat nur ein gewisses Maß voll Kraft.

Gehe hin und nimm Theil an erlaubten Ergötzlichkeiten, aufwelche du wegen deiner Arbeiten und anderer Verhältnisse in derWoche Verzicht thun mußtest. Auch du bist zur Freude geboren,wie jeder Wurm. Nur dann rette dein besseres Selbst, wenndiese Ergötzungen in rauschende Wildheit, in Anlaß zur Zwie-tracht, in Gelegenheit zur Sünde, zur Verführung, in Ursachender Reue entarten. Dann sei Gebieter deines Leichtsinnes, dannMeister deiner aufwallenden Empfindungen, und du hast mitkeiner schändliche!» Lustbarkeit deine Seele besteckt, nicht den Tagdes Herrn besudelt! Das ist die Frucht der reinen Gottes-verehrung , daß sie unser Gemüth heiligt, damit es vor rohen,thierischen Freuden zurückbebt, sich nicht wälzen mag im Schlammeniedriger Lüste und Leidenschaften.

Nie will ich Gott, meinen Herrn, entweihen am Tage deSHerrn; nie will ich an einem Tage, da ich ausging, Gott zuverehren, mich durch einen schlechten Wandel entehren. MeinMund nicht allein, mein ganzes Thun und Lassen muß Gottverherrlichen. Und insbesondere die hohen Festtage der Christen-heit, die heilige Feier der Weihnachten, der Ostern und Pfing-sten , seien in reinster Andacht ganz dem Dienste des Herrn ge-weiht, und in christlicher Frömmigkeit zugebracht.

Dein heiliger Geist, o Gott, o Unaussprechlicher, durch-dringe mein Herz, wenn ich in der Versammlung der Christenstehe, und tausend Seelen in Anbetung vor dir niedersinken.Wo kann uns wohler sein, als da bei Dir? Wo fühle ich leb-hafter Deine Majestät und unsere menschliche Nichtigkeit, als oa,wo Fürsten und Bettler neben mir anbetend sich vor Dir Hin-neigen? Wo kann mich Alles mehr als in Deinem Tempel daran