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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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wir denn anklagen, als uns selbst, die wir uns mit vergeblichen,thörichtey Träumereien schmeichelten und eitle Luftschlösser bauten?

Hoffe nicht zu viel! Denn dies macht dich gegen allerleimögliche Unglücksfälle unvorbereitet, die dich doch auch treffenkönnten. Wer seine Seele mit allzuschönen Erwartungen lieb-koset, macht sie gleichsam weichlich; er verzärtelt sie, daß sieden Sturm nicht ertragen kann, wenn er unversehens von allenSeiten einbricht. Der Weise, das heißt, der Christ, geht, aufAlles gefaßt, bewaffnet mit Ruhe und Ergebung, in die dunkleZukunft hinein, wie der Soldat gegen den unbekämpften Feind.Ddn Blick gen Himmel gerichtet, nimmt er sein Schicksal, dasGute wie das Böse, von der Hand des ewigen Weltregierersdankbar an. Ob der nächste Monat ihm einen Kranz von un-erwarteten Freuden windet, oder ob er ihm einen Sarg zeigt,worin ein geliebter Todter schlafen wird: er erwartet Beides mitchristlicher Fassung.

Hoffe nur so viel, als du dir Angenehmes durcheinen gerechten, tugendhaften Wandel erwerbenkannst. Diese Hoffnung wird dir selten fehlschlagen. Die Tu-genden, welche du übst, bringen auch schon in dieser Welt ihreFreuden. Die Übeln Gewohnheiten, die Fehler, welche du ab-legst, werden Diejenigen mit dir versöhnen, welche dich jetzt ver-achten oder hassen. Die guten Eigenschaften, welche du annimmst;dein freundliches Wesen; deine Begierde, Andern ohne Eigennutzzu dienen; dein Bestreben, von Andern immer das Beste zu reden ;dein Eifc- in den Geschäften, die dir anvertraul sind; deine Ent-fernung von allen unanständigen Dingen werden Jeden fürdich mit Liebe einnehmen, der jetzt noch gleichgültig auf dich hin-schaut. Denn worin besteht doch zuletzt das dauerhafte Glückdes Menschen? Darin, daß man zufrieden mit sich selbst, zu-frieden mit seineni Bettagen sein kann, und die Hochachtung unttFreundschaft aller guten Menschen gewinnt. Bist du noch nichtglücklich: wer hindert dich denn, es zu sein! Warum willst dunicht manchen Fehler ablegen, denn du wohl an dir kennst, wo-mit du Andere von dir zurückstößest, und womit du dir selbst dieRuhe des Gemüths, den stillen Frieden Gottes raubst? Warum