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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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die Betrachtung des Leidens Christi, auf dem Tugcndwcgedoch nur langsam und matt gehen, wo die andächtigenBetrachter dieses heiligen Leidens laufen, ohne je stillezu stehen, getrieben gleichsam, wie durch nachfolgendeSchwerter, die weder Rücktritt noch Stillstand gestatten.Nicht sie, die Menschen, sind es, die sich treiben undanfeuern, es ist die Kraft und die treibende Gnade Got-tes, die ihnen aus der andächtigen und ernstlichen Be-trachtung des Leidens Jesu zuströmet, sie können sichIhrer gleichsam nicht erwehren, sie vermögen nicht, Ihrzu widerstehen, sie muffen voran, und lebten sie bis anden jüngsten Tag, sie muffen rennen zum Ziele, Gottist hinter ihnen her. Und so wie Gott der Vater SeinenSohn in Sich Selbst gebühret, so gebühret Er den Men-schen in dein Leiden Seines Sohnes, und wie Gott ewigund unaufhörlich ist in Seinem Gebühren, so unaufhör-lich gebühret und führet Er den Menschen durch das Lei-den des Sohnes, und Niemand kann Ihn daran hindern;so wenig Gott kaun gehindert werden an der ewig fort-währenden Geburt Seines Wortes, eben so wenig willEr gestatten, daß der gefröret oder gehindert werde, dersich mit ganzer Liebe cincrgeben hat in das Leiden JesuChristi: denn die inbrünstige Liebe zu dem leidenden

Christus macht den Menschen zu einem andern Chri-stus, die Liebe einiget und vereiniget beide, und so langeder Mensch in dieser vereinigten Liebe ist und bleibet,kann er nicht irren oder fehlen, oder stille stehen, es istGottes Wille mit ihm, er soll zum Ziele kommen. Willstdu nun auch dahin gelangen, willst Christus erreichen,senke dich in ernstlicher Betrachtung in Sein Leiden, daswird dich in einer Stunde weiter fördern, als du mitdeiner natürlichen Kraft in langer Zeit nicht wirst errei-chen können; versäumest du das und bist trüge darin,dann treibe was du willst, übe dich wie und worin duwähnest, martere dich auf deinen Wegen, kaum odergar nicht wirst du zum Ziele gelangen.