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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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an Diesem und Jenem, dann bist du noch Knecht undnicht Freund, und bist du nicht Freund, sv bist du auchnicht ein Geist mit Gott, denn nicht Knechtschaft, nurFreundschaft einiget.

Z. 55.

Drei Dinge gründen Freundschaft; erstens: Gleich-heit; denn Gleiches liebt seines Gleichen. Nnn siehe! Gottist ledig aller zeitlichen Dinge; willst du Ihm nun gleich seyn,entledige auch dich alles Zeitlichen, so bist du Ihm gleich,diese Gleichheit machet Freundschaft,' und Freundschaft istEinigung. Gott ist der Geber aller Gaben, sv gieb auchdu Gott alle Gaben wieder. Gott ist ein Liebhaber der Tu-gend , liebe und übe auch du sie.

Gleiches Wollen und gleiches Nichtwollen ist dasZweite, was Freundschaft stiftet; was der Freund will,will der Andere, was er nicht will, will auch er nicht.Darum wolle, was Gott will, und hasse, was Er nichtwill. Nun will Gott, du sollest heilig seyn; Paulus sagt:„Das ist der Wille Gottes, unsere Heiligung." Dassollst du nun auch wollen. Heiligkeit ist, entlediget des Ir-dischen seyn; willst du nun das, entziehe dein Herz demIrdischen, das ist der Wille Gottes, wolle das Gleiche,dann bist du Sein Freund; mache es nicht, wie es mancheMenschen oft thuen, die da sagen: ach! wüßte ich es nur, wasder liebste Wille Gottes wäre, ich wollte es ja gerne thun!Sie lügen aber, denn sie wissen es nur zu wohl, sie mö-gen ihn nur nicht erfüllen. Hat uns nicht Christus gesagt,Seiner Lehre folgen, sey Gottes Willen erfüllen? und fol-gen Seiner Lehre, sey Verläugnung seiner selbst, und danndie Nachfolge Seiner? So viel du dich also selbst verläng-ncst, so viel folgest du Seinem Willen, und so oft und wieviel du es nicht thuest, so oft und so viel lügest du, wenndu vorgiebst, du wollest Seines Willens leben; ist dir esaber Ernst, Gottes Willen zu erfüllen, so muß dein Lebenin und nach Seiner Lehre seyn, die keine andere ist, als:Perläugne dich selbst! Das ist der liebste Wille Gottes,den zu wissen du wünschest; sage nicht: ich weiß es aber