4§s sind nun mehr denn zwanzig Jahre, als wirbeide, damals noch Jünglinge, jeder dem andernfremd, aber von gleicher Liebe ergriffen, auf einemund demselben wissenschaftlichen Feld der Ehre zumerstenmal einander begegneten. Unser erstes Begeg-nen war der Anfang eines ernsten heißen Kampfes;aber eines Kampfes, welcher das Eigenthümlichehat, daß in demselben der abgesagteste Gegner zu-gleich als der treueste Genosse und Mitstreiter seinesWidersachers gilt, und der Besiegte selbst jedesmaldie Freude des Sieges theilt, weil er immer geradeeben so viel für sich gewinnt, als der Sieger überihn gewonnen zu haben scheint. Du weißt, meinedler Freund, welchen Kampf ich meine: — denredlichen Friedens - Kampf im Dienste jener hohenUnsichtbaren, deren Schleier ganz aufzuheben keinemSterblichen je vergönnt ist. Darum achteten wiruns, während wir, in Kampflust brennend, alsgalt es Sieg oder Tod, mit Jünglingskräften wiemit Jünglingshoffnungen an einander uns versuch-ten; und schieden endlich, Freundschaft im Herzen,aus dem unentschiedenen Streite, jeder seine Straßeziehend, doch beide zu dem Einen Ziel, welchesheißt: das Wahre, Rechte und Gute.
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Betrachtungen über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Gerechtigkeitspflege
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