Wenigstens glaube ich, soll man die Sim-plicität nie aus anderen Schriften zuerstkennen lernen wollen. Wer so viel Lateinversteht, daß er den Horaz ohne Anstandlesen kann, und nicht bloß an einigenSentenzen desselben Vergnügen findet,sonder» spurt, daß, trotz einer oft über-raschenden Schönheit, dennoch sein Gefühlimmer mit dem Horazischen gleich geht,der kann hernach den Horaz zu seinemUnterricht lesen, und wird das, was inihm schönes liegt, alsdann noch mehr ent-wickeln. Wer aber gehört hat, Horazsey schön, liest ihn, ohne ihn wirklichseiner Empfindung harmonisch zu finden,merkt sich einige Jüge und ahmt ihn nach;der muß entweder ein sehr feiner Betrügerseyn, oder es wird allemal unglücklichausfallen. Ein solcher Schriftsteller wirdallemal glauben, er habe ihn übertroffc»,
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