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Der Krieg zerstört — aber nur das Nichtige und Zerstörbare.Zn der allgemeinen Unsicherheit von unserm Hab und Gut,selbst von unserm Leben, erscheinen uns diese Dinge endlich ein-mal in ihrem wahren Werth. Wir fangen endlich an, uns mitdem Gedanken zu versöhnen, Alles, was wir haben, verlierenzu können; wir werden dagegen gleichgültiger. Wir finden selbst,daß es noch höhere und bleibendere Güter gibt, als diese sind,welche uns in wenig Stunden sämmrlich entrissen werden können.Und erst solch ein Mensch, der auf dieser Stufe steht, ist seinerselbst würdig geworden; ist im Begriffe, ein Christ zu werdenim göttlichen Sinne des göttlichen Meisters; ist auf dem Wege,ein freies, reines Gemüth, ein heiteres Bewußtsein, ein Herzvoller Tugenden hoher zu achten, als Alles, was die Welt ge-währen kann. — Nur was vom Geiste stammt, nur was demewigen Geiste angehört, ist ein bleibendes Gut; alles AndereStaub, Täuschung und Blendwerk. Müssen nicht Fürsten vonihren Thronen niedersteigen, Sieger in Gefangenschaft gehen,reiche Schwelger betteln, und die, denen sonst Alles gehörte,Herd und Heimath verlassen? Nur dem, der mit Jesu Seelen-größe die Welt betrachtet, und was sie gibt, erscheint alle Feind-seligkeit der Welt ohnmächtig; der kann Alles verläugnen, seinKreuz auf sich nehmen und dem Allcinheiligen Nachfolgen. Weram Staube hängt, im Nichtigen seine Wollust, sein höchstes Guterblickt, der verdient mit dem Staube untcrzugehen.
Der Krieg zerreißt gewaltsam viele irdische Bande — abereben dadurch stärkt er die Herzen zur Knüpfung edlerer Ver-hältnisse. Wie sich die ruhige Luft zuletzt selbst vergiftet und dasstille Gewässer des Sumpfes in Fäulniß übergeht: so löset sichein Volk im langen, ungestörten Frieden durch das Verderbender Selbstsucht auf. Eine Stadt, ein Dorf, eine Familie scheidetvon der andern, und zuletzt stecht jeder einzelne Bürger nurseinen eigenen Nutzen, sein eigenes Vergnügen, seine eigeneEhre, unbekümmert um die übrigen. Der Neid und die Eifer-sucht tritt zwischen die Stände und erzeugt einen geheimenBruderzwist. Die Gesetze herrschen nicht mehr in den Seelen,sondern nur über die einzelnen Handlungen. Das Vaterland