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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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seinem schmählichen Tod in der Ferne hört; ein treues Ehepaar

getrennt; eine Tugendhafte durch höllische Wuth entehrt.-

Ach, könnte der Sterbliche den unbeschreiblichen Jammer, derjetzt Millionen Herzen zerreißt, vereinzelt erkennen, ihnwürde das Entsetzen vernichten.

Ost schon, wenn ich dieses endlosen Jammers wert umhergedachte, und einsam da stand in den Schrecken des Tages,sprach ich zu mir selber: Wohin führt der Wahnsinn ihrer Leiden-schaften die Sterblichen! Gott schuf sic zur Glückseligkeit; allesuchen diese Glückseligkeit, und ziehen wider einander aus, alswäre ihr Beruf das Elend und der namenlose Schmerz; alshätten sie geschworen, sich gegenseitig von der Welt zu vertilgen,und nichts als eine blutige Einöde hinter sich zurückzulassen.

Oft wollte ich den Völkern, oft dem Stolze der Fürsten Vor-würfe machen. Was nützt, sprach ich in mir, alle Lehre der Weis-heit, alle Aufklärung, alle Religion, wenn der Mensch nichtendlich menschlicher und friedlicher wird? Aber dann gedachteich der tausendfach verschiedenen Verhältnisse der Menschen, unddes Widerspruchs, der in ihren gegenseitigen Rechten oft stattfinden kann. Ich gedachte der Pflicht eines Jeden, sein Recht zubeschirmen gegen fremde Gewalt; und daß es oft Rechte gibt, fürderen Erhaltung zum Besten der Welt und ihrer NachkommenGut und Leben kein zu hoher Preis sein können. Wer möchte sichvon raubsüchtigen, gefühllosen Barbaren unterjochen, seine Frei-heit, seinen Wohlstand zum bloßen Spiel ihrer Laune herabsinkenlassen? Und wie der einzelne Mensch, so ein ganzes Volk. Auchein gesummtes Volk hat seine eigenen Rechte, seine eigene Ehre,seinen eigenen Wohlstand. Auch ein gesummtes Volk hat seinePflichten, sich und den Nachkommen Freiheit und Ehre zu be-wahren, csss Hauplbedingungen, unter welchen allein jedes Mit-glied des Volks edel und rühmlich wirken kann. Zwischen deinBürger und Bürger eines Ortes kann über das zweifelhafteRecht die Obrigkeit entscheiden; zwischen verschiedenen Völkern,vermag es die Weisheit der Fürsten nicht, entscheidet die Macht.Oie Macht liegt aber weniger in der Menge der Waffen undHände, als Ln dem Muthe derer, die streiten; der Muth aber

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