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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
463
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Trotz boten, wurden sie groß, mächtig, ehrwürdig. Weichlichkeitmacht furchtsam, Sittenschlaffhcit selbstsüchtig. Der Selbstsüchtigeaber, der Alles nur als Nebensache, die Pflege seiner Wollust,seines Ehrgeizes, seiner Habsucht als Hauptsache in der Weltbetrachtet, muß zuletzt nothwendig dem Weiscrn dienstbar werden,so wie er schon Sklave ist von seinen thierischen Trieben.

Es ist aber keine Sittcneinfalt im Volke, ohne Religiosi-tät. Ein Volk, welches wenig aus Sinnenkitzel macht, hat destohöhern und freiern Geist; es ist nicht durch den Staub gefesselt;es richtet seinen Blick auf das Höhere; es ist stark durch sein Ge-müth. Es lebt einträchtiger mit den Ordnungen der Schöpfung,daher voll inniger» Vertrauens zum Schöpfer. Gleichwie manden Menschen nicht durch sein Kleid oder seine Nahrung vomThiere unterscheidet, sondern durch seine Vernunft, mit der ersich über alles Irdische emporschwingen kann : so erkennt manauch nicht ein ehrwürdiges und weises Volk an der Menge desLandes, oder der Menge thierifcher Genüsse, die es sein nennt,sondern an der Hoheit seiner Denkart, an seiner Tugend undGottinnigkeit. Der Seelenadel einer Nation, nicht ihr Ueberflußan Speise und Trank und andern Bedürfnissen, erhebt sie in derGeschichte der Menschheit über Ihresgleichen.

Was aber das Volk soll, das muß jeder Einzelne im Volkkräftig mit ganzer Seele wollen. Darum wird es jedem bessernMenschen, das heißt, jedem wahrhaften Christen, Pflicht, durchsein Beispiel Andere für das Gerechte, Wahre und Gute zugewinnen; es wird ihm Pflicht, in seiner Haushaltung das Bilddessen aufzustellen, was alle Haushaltungen, folglich das gesummteVolk, sein sollten. Jeder muß in seinen Verhältnissen zum heiligenZweck hinarbeiten, unbekümmert, ob Viele oder Wenige ihmfolgen die Edelsten brechen den Uebrigen die Bahn.

So wird der Wille des Herrn der Geisterwelt erfüllt; soVater der Menschheit, Deine Absicht in dem allgemeinen Un-glück der Zeiten, dessen Wirkungen nur Segen sein können,wenn wir weise genug sein wollen, das, was Du veranstaltest,zu unserm Vortheil anzuwenden. Noch sind wir durch manchefinstern Besorgnisse geschreckt, und unser und unserer KinderSchicksal schwebt noch unentschieden auf den Fluthen der großen