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machen! — So soll denn auch dies Zweck und Wirkung der Trüb-salesein, welchcüber ganze Völker ergehen. Darum sandte sie Gott.
Unser Vaterland ward unglücklich — denn statt der Vaterlands-liebe herrschte Eigennutz und Selbstsucht; statt des brüderlichenZusammenhaltens und gegenseitigen Unterstützens der verschiedenenStände herrschte Stolz, Rangsucht und gegenseitige Verachtung;statt strenger Sitteneinfalt erschlaffende Ueppigkeit und Wohlleben;statt des wahren Verdienstes, statt Tugend und Weisheit wardReichchum, Geburt und jedes andere Spiel des Glücks verehrtund hervorgczogen ; statt Religiosität, die allein den Menschenzu seiner wahren Würde erhebt, galt Leichtsinn, Gleichgültigkeitund Spott dessen, was die höhere Menschheit Ehrwürdiges kennt ;statt christlicher Tugend galt Klugheit, schlaue Benutzung derUmstande, gewissenloses Scherzen mit dem, was zu allen Zeitenwahr, gut und recht gewesen ist.
Denken wir uns, statt eines großen Volkes, nur eine kleineHaushaltung, in welcher diese Verdorbenheit der Sitten undGesinnungen üblich geworden : wie wird sie bestehen können?Zwietracht wird sie lähmen; Selbstsucht Einen von dem Andernscheiden ; in der Gefahr wird Jeder für sich, Keiner für Allebedacht sein. Das Uebel, welches aus solchen Lastern einer ein-zigen Familie erwächst, kann es unter ähnlichen Verhältnisseneinem ganzen Volke fehlen? Jedes Volk ist nur Verbindungvon mehrern Familien. Je größer das Volk ist, je größer undfurchtbarer sind nun die Aeußerungen des Uebels.
Wollen wir die schon vorhandenen Leiden mildern, wollenwir größere vermeiden: so ist es die Sache der Völker, diewahren Quellen des Uebels zu verstopfen, so ist es die Sachejeder einzelnen Haushaltung, ja jedes einzelnen Menschen, dazubeizutragen, daß die Ursachen größer« Uebels aufhören.
Vaterländischer Gemeinsinn, allgemeine Eintracht, Versöh-nung der einst eifersüchtigen Stände, gegenseitige brüderlicheAushilfe — dies sei das erste Mittel, durch welches wir uns undunsere Nachkommen vor größer« liebeln bewahren ; dies ist dieerste goldene Frucht vom Unglück der Zeiten! Jhrverschmähetsie in niedriger Leidenschaft? Wohl, die Gesetze der