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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
444
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Noch ist kein Land durch Gottesfurcht und Religiosität unter-geganzen; nein, ein religiöses Volk ist in seinen Sachen gerecht,und durch Zuversicht auf seine gerechte Sache stark und mächtig;seinen Gesetzen und Fürsten am gehorsamsten; seinen Verträgenmit dem Auslande am getreuesten. Darum genießt es dieAchtung und Liebe und Treue aller andern Nationen. Aberein Volk, wenn es in falscher Aufklärung seinem Glauben un-treu wird, abtrünnig seinen Altären, frevelnd an den Heilig-thümern der Menschheit, zerfällt in sich selbst durch Sitten-losigkeit. Ohne Furcht vor Gott und Recht, wie wird es seineObrigkeit fürchten? Gesetze gebieten umsonst, wo das Herz ihrerspottet; sic können einen äußerlichen Schein der Zucht erzwingen,aber nicht das Wesen der Vvlkszucht. In solchem Lande wirdsich endlich Jeder selbst sein Gott und seine Welt; Allesein heimlicher Krieg Aller gegen Alle, und Auflösung folgt, oderKnechtschaft.

Die Sünde ist der Völker Verderben. Ein-tracht hat noch kein Volk vernichtet, wohl aber manches, daski in gewesen, groß und herrlich gemacht. Aber wenn dieSelbstsucht der Bürger das Land entzweite und die Kräfte zer-splitterte, und Alle schwächte dann war für Alle die Sklaven-kecte geschmiedet. Sittenstrenge hat noch kein Volk ins Un-glück gestürzt, wohl aber auch in kleinen Völkern Vaterlandsliebe«nd Abhärtung bewirkt, mit welcher den größten Gefahren sieg-reich getrotzt wurde. Hing egen Ueppigkeit, Wollust, Scherz mitder Tugend, Schonung des Lasters, unmäßiger Aufwand nebenunmäßiger Dürftigkeit, haben schon m°hr als einmal Länderentvölkert oder zur Beute fremder Eroberer gemacht, oder ihrInneres blutig zerrüttet.

Das ist die ewige Ordnung der Welt, das ist GotteSGericht über die Völker, indem jede Sünde das eigeneWürgerschwert führt, womit sie den Verehrer zum Schlacht-»p^er macht!

Bücke um dich her erkenne Gottes Gericht! Wie dieTugenden eines Volkes den allgemeinen Segen auch über dasHaus der einzelnen Gottlosen verbreiten, so ruft die Sünde des