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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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gebunden werden, aber Geister nicht. Frei im Reiche seinerGedanken verspottet der Geist die Ohnmacht der Sterblich-n,und auf dem Grabhügel mancher Bösewichte pflanzt die Wahr-heit ihre Siegeszeichen wieder auf in ungeschwächter Kraft undGöttlichkeit.

Heilig, wie die Wahrheit, ist das Gute. Die Geschichte derWelt bezeugt es : was Gutes geschah auf Erden, das hat seinedauernden Segensfolgen. Denn nur das Gute und Gerechtesteht im schönen Einklänge mit der Natur und der Seele; aberdas Böse ist ein Widerspruch mit der Schöpfung. Wohl findenwir, daß das Verbrechen sich oft mit Purpur schmückte und rm«gestraft die Unschuld zertrat. Aber der Purpur verfaulte, dasVerbrechen blieb Verbrechen, und aus dem Blute der Unschulderhob sich ein siegender Rächer. Umsonst wetzte das Laster seinMordbeil und erbaute der Tugend flammende Scheiterhaufenwohl konnten zitternd feige Menschen dem Verbrecher Weih-rauch opfern ; aber bald verschwand des Sünders Hoheit, undfür dir verkannte Tugend verwandelte sich der Scheiterhaufenin einen Strahlenthron.

Daher ist das Andenken weiser und tugendhafter Menschenimmerdar den Nachkommen spätester Zeiten ehrwürdig geblieben.Sie waren durch ihre Thaten Wohlthäter ganzer Völker undMenschengeschlechter; aber von der Unwissenheit oder neidischenBosheit ihrer Zeitgenossen verkannt und verhöhnt, wurdensie nur zu oft das Opfer ihrer Güte und der Raub fremderGewaltthätigkeit. War darum ihre Sache untergegangen?Nein, das Heilige gewann den Sieg. Im stillen Bewußtsein desGlücks, welches sie der Welt gegeben, schwang sich ihr erhabenerGeist vollendeter zum Himmel, dort die schöne Siegespalme zuempfangen. Was hatte er verloren, daß die Welt ihn verkannte?Er übte die hohe Tugend ja nicht um den Beifall der Welt,sondern ihrer eigenen Herrlichkeit willen, und weil es ihm Be«dürfniß war, sie zu üben. Ihn tröstete die feste Zuversicht, daßer Gutes geth'an, welches das Glück der Menschen vermehrenund nie vergehen würde. Und er täuschte sich nicht. Denn dasHeilige gewinnt immerdar den Sieg. Segnend nennt die edle