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allliebendcr Gott im Weltall; und er läßt die Unschuld schmerz-lich leiden, was sie nicht verschuldete? — läßt sie leiden, ohneHilfe, ohne Erleichterung, ohne Trost? — laßt zerreißen dieheiligen Bande der Liebe, die seine eigene Hand knüpfte, undHerzen an den Wunden verbluten, die sie empfingen, weil sieauf ihn vertrauten?
Aber am dritten Tage ging die seltsam befremdende Sagedurchs Land: der Gekreuzigte ist auferstanden! Entsetzen ergriffdie ungerechten Richter,' die Mörder; mit Unglauben undLäugncn beruhigten sie ihr erschrockenes Gemürh. Mit Zweifelnund Entzücken vernahmen es die Geliebten Jesu. Die sahenihn, gleich einem Verklärten, mit Ehrfurcht und Seligkeit, undstammelten mit den Gefühlen der Anbetung: Mein Herrund mein Gott! (Joh. 20, 28.)
Jesus hatte den hohen Sieg errungen; glänzend triumphirteseine Unschuld über alle verschwundenen Leiden : seiner Offen-barungen Göttlichkeit war wundervoll denen dargethan, die aucheines solchen Beweises bedurften. Umsonst also waren Verrath,Verfolgung, Kreuz, Tod und Grab gewesen. Alles mußte nurgewesen sein, um den Triumph des ewigen Sohnes zu ver-schönern. Und so ward auch hier, als in einem großen Bild,jene seligkeitvolle Wahrheit dargestellt, welche die heilige Schriftuns noch heute nennt: Wir wissen, daß denen, die Gottlieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Röm. 8, 28.)Das Heilig.? gewinnt den Sieg.
Und was ist das Heilige in der Geisterwelt? Ich will csdir sagen. Es ist das Reine, Unbefleckte! Es ist, was für sichselbst besteht, als das, was es sein soll, unvermischt mit andernDingen, die ihm fremd sind. So ist das Gemüth ein heiligeszu nennen, in welchem nur die reine Tugend wohnt, undkeine Leidenschaft, keine Vorliebe zur Sünde. So ist der Geistgeheiligt, wenn er rein ist von allem Irdischen, wenn er nichtnach den Einflüssen seines Körpers will und handelt, sondern sichallein nach den eigenen in ihm vorhandenen göttlichen Gesetzenbestimmt. Ein solcher Geist ist des höchsten Gutes gewiß; ernaht der Selbstvollendung. Das Reine ist unzerstörbar, ewig;