lebt unser Geist ein ewiges Leben in ungeschwächler Kraft. DerTvd des Leibes ist nicht der Tod deS Geistes.
Wenn aber ein in Jesu Sinn vollendeter Geist nicht stirbt:was liegt uns am Zerfallen unsers Leichnams? Wir leben, magdoch der uns anklebende Erdenstaub abfallen. Wir leben, undleben durch Jesu Wort, und können mit Entzücken rufen : Woist dein Stachel, o Tod? O Hölle, wo ist dein Sieg? Gottaber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unfernHerrn Jesum Christum!
Ist die Sünde der Tod der Seele: so ist die Tugend oderdas Gottähnlichwcrdcn ihr Leben. Jedes Uebertreten der gött-lichen Gebote ist eine Todcswunde des Geistes; jede gottgefälligeThal ein höheres Auflodern unserer Lebenskraft.
Und so verstehe ich nun, wenn gesagt wird : Der SündenSold ist der Tod! — wenn gesagt wird, Christus habe uns vomTode befreit, indem er uns den Weg des Lebens zeigte. Ja,er hat uns vom Tode befreit, indem er uns leben lehrte; indemer uns auf unsere eigene Würde und Bestimmung aufmerksammachte; indem er uns das sicherste Mittel zur Vollendung gab,nämlich sein Beispiel, und daß wir uns selbst mit unfern sünd-haften Begierden verläugnen und ihm Nachfolgen. Darum nannteer sich bildlich für uns einen Weg des Lebens.
Christus ist auferstanden! Er hat sein Geisteswcrk herrlichvollendet; er hat für mich den Tod überwunden, wenn ich mirsein Verdienst, seine Heiligkeit in meinem Wandel zueigne, unddie Sünde, den Geistcstod, meide.
Wie Christus erst dann ganz vollendet hatte, als seine Lauf-bahn auf Erden geschlossen, Grab und Todcsnachl überwunden,seinen Jüngern die Weihe ertheilt und er zum Vater zurück-gekehrt war: so werde auch ich auf Erden nicht ganz vollenden,bis auch ich am Ziele meiner Laufbahn stehe. So lange ich aufErden wandle, ist mein Dasein ein fortwährendes Ringen mitder Sünde, ein unaufhörlicher Todeskampf. Erst am Ende derLaufbahn wird sich zeigen, ob mein Geist über Tod und Sündeobsiegt, ob er einen guten Kampf gekämpfet, ob er die ver-heißene Palme des ewigen Lebens errungen habe. Wie langeVII. 17