Sie riefen: Es haben seine Jünger gestohlen den entseeltenLeichnam! — Aber umsonst ihr Geschrei. Der Lebendige er-schien seinen Freunden ; er erschien dem Land Galiläa. Er istauferstanden! frohlockten die Himmel, und alle Zeitalter nachJahrtausenden jauchzen es ihnen nach.
Auch meine Seele frohlockt: Er ist auferstanden! SeinSieg ist mein Sieg; sein Triumph über Tod und Grab auchder meinige ; sein Leben ist auch mein Leben. Das Fest seinesherrlichen, glanzvollen Aufschwungs über Staub und Moder istdas Gedachtniß auch meiner künftigen Erhöhung über Welt undTod, wenn das Verwesliche anzichen wird das Unverwesliche,und das Sterbliche das Unsterbliche.
Erst durch die Auferstehung vollendete der Messias sein Werkauf Erden für uns. Er hatte gelebt, gelehrt und wohlgethan —die heilige Gottessaat war ausgestreut, aber noch rauh derBoden, zweifelhaft ihr Aufgang. Noch war Christus vielseitigverkannt, der Zweck seiner Sendung sogar von seinen vertrautestenFreunden nicht verstanden. Sie hofften von ihm Errichtungeines irdischen Throns; die Herstellung des Davidischen Reichs;Freiwerdung von der Oberherrlichkeit Roms, und daß demjüdischen Volke Herrschaft und Macht werde über alle Völkerdes Erdbodens. So hofften sie. Doch der Messias sprach: MeinReich ist nicht von dieser Welt.
Er mußte leiden, sterben; die Wahrheit seiner Lehre besiegelnmit seinem Blute; als freiwilliges Opfer sich darbringen für dieSünden der Welt, und den mosaischen Opftrdienst enden durchseinen Tod. Er litt, er starb den Welterlösertod. Sc'n Blutmußte gleichsam die Gotteösaat befruchten, welche er im rauhenBoden des Menschmherzens ausgcstreut hatte.
Aber vollendet war sein Werk noch nicht. Mit ihm starbFreude und Muth seiner Bekenner.
Ihre glänzenden Träume von irdischer Macht und Hoheitwaren zwar vernichtet; aber vernichtet auch ihre Wünsche undAussichten.
Sein Tod hatte verdunkelt, was er gelehrt und geweiffagct.Das Leben des Messias war ihnen zum Räthsel geworden ; sie