zu vollführen, das mir Gott auftragen will. Sein allem heiligerWille geschehe. Ich weiß, auch mir, wenn ich meinen Laufvollendet habe, ist große Wonne aufgehoben. Ob noch ein Jahroder mehrere? Was ist am Ende der längste Lebenslauf? Einflüchtiger Morgcntraum. Ist er vollendet, und meine Zeitgekommen: 'dann — o dann belohnt Wiedersehen und Wieder,finden den treuen, verklärten Geist. Wiedersehen! Wieder«finden! — o Gedanke, der mich mit himmlischer Wollust durch-strömt! Dich wiedcrfinden, verschwundener Engel, dem ich nach-klage! Welch ein Augenblick im Paradiese des bessern Lebens!Als Menschen würden wir in Thränen voll Seligkeit an einanderhangen; als Vollendete werden wir in dankbarer AnbetungGottes versinken, und aufgelöser in Entzücken sein!
Wiedcrfinden! Ist es möglich? Ich forsche nach Deutungenaus der Ewigkeit — welche lehrt mich diese süße Hoffnung fassen?Wer gab sie mir?
O Du, dessen Weisheit mich so oft zu Gott erhoben, dessenWort mich nie getäuscht hat, dessen Zusagen immer wunderbarerfüllt sind, Jesus Christus, ewiger Sohn des lebenden Vaters,gesandt zum Tröste der leidenden Menschheit, Du hast mir Hoff-nung und Zuversicht gegeben. Als Du vom Kreuze herab zuDeinem Todesgefährten und Mitsterbenden sprachst: Wahrlich,ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein! (Luk.LZ, 43.) hast Du das Wort der Beseligung allen gebeugtenSeelen gesprochen. An ihm richtet sich »rein Glaube muth-voll auf.
Den ich im Staube beweine, er ist mir nicht auf ewig ge-nommen. Es ist Wiedervereinigung, Gottes Stimme hat mirVerheißung gegeben. Selbst in der Natur finde ich ja ein merk-würdiges Streben getrennter Kräfte nach Wiedervereinigung.Was zusammengchört, das findet, der Mensch scheide auch soviel er wolle, jedesmal den Weg wieder zu einander. Ich seheüberall in der Schöpfung, im Leben wie im Tode, gewisse Dingeeinander sich näher verwandt, sich immer gegenseitig anziehendund in einander wieder übergehend. Ich erkenne in Gottes großemReich überall Emlheilung und Verbindung der Dinge, wie in