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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Tage verlieren? Ach, warum ward er so früh von meinemHerzen hinweggerissen? Er war doch glücklich, warum sollteer sein Gluck nicht ferner sehen? Er hing an mir mit zärtlicherTreue: warum har sie ihm nicht belohnt werden dürfen? Gernhätte die theure Seele noch das Leben festgehalten, gern ge-duldet Schmerzen und Leiden, um nur in unserer Mitte zubleiben. Umsonst! mit brechendem Auge schied sie von uns,diese Seele voller Liebe ach, ich hätte mein Leben hingegebcn,um das schöne, abgerissene Leben des Sterbenden wieder an-zuknüpfen. Keine Erhörung, kein Erbarmen! Es war voll-bracht. Der Athem starb. Der Geist eines neuen Engels ent-fernte sich von uns, gehorsam dem Ruf der Allmacht eilteauf fremden Straßen in die Gefilde der Vollendung.

Man will mich trösten, und spricht: Warum weinest du?Dein Geliebter ist glücklich! Könntest du ihm eine Seligkeitmißgönnen, die ihm der ewige Vater gab? Er hat überwunden;dein Jammer ist fruchtlos. Rufe nicht deinen verklärten Lieb-ling, er ist glücklich, der mir entflohene Engel! Ich glaube auGott, darum weiß ich, er ist glücklich ! Wußte ich dies nicht,ich würde verzweifeln müssen; würde mein Dasein in einerWelt verwünschen, die mit Grausamkeit nur Thränen für dieTugend, nur unbarmherzige Trennungen für liebende Seelenhat, während das gefühllose Laster lachen, und die Untreue derVerräther beglückwünscht werden kann. Er ist glücklich, ich weißes, denn ich weiß Gott und seine Liebe. Aber ich, bin ich dennglücklich? Was mein geliebter Todter verloren hat, ersetzt ihmmillionenfach ein höheres, besseres Leben. Aber mir, wer ersetztmir den namenlosen großen Verlust? Ich habe noch Freundeund Freundinnen, es ist wahr aber unter ihnen ist doch meinVollendeter nicht. Mir können noch andere Freunde werden,aber doch er allein wird nicht wieder an mein zermalmtes Herzgelegt. Ich rufe seinen Namen umsonst; ich bete umsonst. Ichbreite meine Arme umsonst nach ihm. Theuer sind mir die Ge-liebten, welche Gott mir ließ; aber sie ersetzen nicht, was ichverlieren mußte. Denn in der Liebe der Seelen gibt cs keineStellvertretung; und das Eine hängt ja immer nur an dem