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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
350
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noch zu Deiner Schöpfung; sie alle leben noch heute; sie sindDeine Kinder; Du leitest sie durch uns verborgene Wege zurVollendung, wie Du ihnen schon auf Erden Schmerz undFreude zu Wegweisern machtest.

Auch ich bin, und werde sein, wenn Andere über meinerAsche hinweggehen. Aber Du wirst mein nicht vergessen. Ichbin Dein Kind, auch wenn ich von der Erdenhülle befreit bin,die mich jetzt noch umschließt Dein Kind! Und welches! Einunglückliches, durch eigene Schuld verlorenes! Verkauft umirdische Lust an die Rache der Sünden! Durch Vernachlässigungmeiner Seele fern von Dir, fern von der Seligkeit höhererWesen! Wehe, sollte ich meinen Tod einst nicht nennen dürfen:einen Heimgang zu Dir, Vater? Sollte meine Unvollkommen-heit eine ewige Kluft werden zwischen meinen vollendeten Ge-liebten dort und mir?

Ich zittere; wenn meine irdischen Freuden einst in derSterbestunde verdorren, soll mir dann keine Hoffnung aus denParadiesen besserer Welten entgegengrünen? O Vater, himm-' lischer Vater, auch ich bin Dein Kind! Verstoße mich nicht vonDeinem Angesichte! Rette mich für meine Seligkeit! Aber Duwillst meine Seligkeit, darum sandtest Du ja so viel Warnungs-stunden in mein Leben ; darum sandtest Du ja Deinen ewigenSohn, daß ich das Heil ergreife, welches er mir darbot. Warumversäumte ich es so lange? War es nicht meine Schuld? Warich nicht, ach nur zu oft, der folgsame Sklave, das Werkzeugmeiner irdischen Gelüste, meiner Leidenschaften - die ich mit denThieren gemein habe? O wie wenig hatte ich noch mit Jesugemein! Auf welche Gemeinschaft darf ich, nach einem ver-lorenen Leben, dort mit ihm hoffen?

O Vater, mein Vater, Erbarmen! Ach, Erbarmen gibstDu ja immer: aber gebe ich ein würdiges Herz dazu? Wieviel Stunden wahrt mein irdischer Lebenslauf noch? Ich will siein Jesu Dir weihen, indem ich von nun an die Reinheit undVollkommenbeit meines Gemüthes schaffe. Amen.