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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
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So gestatten und finden diese Jrnveism zwar in allen Kleinig-keiten des Weltalls die bewundernswürdigste Zweckmäßigkeit unsOrdnung; aber in den höchsten und heiligsten Dingen finden fieUnordnung und Zwecklosigkeit am rechten Platze.

Diese Denkart scheint ihnen recht bequem; denn weil nachdiesem Wahne das jetzige Leben mit einem künftigen ohne Ver-knüpfung ist durch die Folgen, leben fie, wie das ihnen behaglichist. Ursache und Folgen finden sie überall in der Einrichtungdes Universums; daß aber das jetzige edle oder unedle Lebendes Geistes für die Zukunft nach dem Tode Folgen haben könnte,mögen fie nicht denken.

Allein diese bequeme Denkart wird ihnen in gewissen Augen-blicken sehr unbequem, da das Bewußtsein mit natürlicher Machtlauter spricht, als der Witz ihrer künstlichen Einbildung. Siewird ihnen noch unbequemer, wenn durch göttliche Verhältnisseihre Lieblinge von ihnen genommen werden, und sie dann düsterin die ewige Zukunft hinüusstarren und verzweiflungsvoll rufen:Wie, hat der Urheber der L elt darum das Gefühl der Freund-schaft erschaffen in menschlicher Brust, um aus der Tugend eineHölle zu machen? Verband er darum liebende Seelen, die^zu-fammen gehörten, daß er mit dem Tode alle Faden zerreiße? Esist unmöglich! Dauert nicht alles Gute ewig in der sichtbarenNatur fort: warum soll es sterben und enden in der Geisternatur?

Gott und Unsterblichkeit sind! Der Gedanke anVergeltung ist eine nothwendige Frucht jener UeberzeugungemEr ist einer der ältesten im Menschengeschlecht. Selbst die heid-nischen Religionen des Altcrthums hatten ihn; selbst die heid-nischen Religionen unsers Zeitalters haben ihn. Jede derselbenschuf sich nach wesentlichen Begriffen einen Himmel, eine Hölle,einen Ort der Seligen, einen Ort der Strafen. Ohne Vergeltungverliert die Unsterblichkeit des Geistes alle Bedeutung, allenWerth; ohne Unsterblichkeit verlöre das Dasein der Gottheit füruns alle Wichtigkeit. Eine Ucberzeugung ist in der andern gegrün-det : keine mag ohne die andere bestehen, alle sind Eins und Dasselbe.

Auf Vergeltung, welche durch die Gerechtigkeit Gottes ent-steht, deutete Jesus Christus immerdar. Er wies hinweg aus