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krnnen die Natur des Geistes zu wenig, um dies zu läugnen.Ader vielleicht sind die Erinnerungen an dies Erdenleben derunbedeutendste Gewinn von demselben. Schon hienieden ist dasLeben im Gegenwärtigen für uns mehr als das Gedächtniß derVergangenheit werth. Vieles von dem, was wir erlebt haben,scheint uns kaum einer Stelle im Gedächtniß würdig, und wirvergessen cs. Vieles Andere wünschten wir selbst aus dem Ge-dächtnisse wegwischen zu können. Immer ist der Augenblick, inwelchem wir athmen, der hellste Genuß, und die Zukunft unserStreben. Dürfen wir ein Anderes von den Vollendeten glau-ben ? Vielleicht würde die Erinnerung an ihren ehemaligenunvollkommenen Zustand nur im Glanze ihrer Vollkommenheitdemüthigend und betrübend sein. Wenn wir, die wir heuteleben, wirklich schon einmal gelebt hätten im ewigen All, wennwir aber früher nur in einem sehr unvollkommenen Zustande dagewesen wären, z. B. als Thier: würden uns jetzt, als Men-schen, die Erinnerung daran, wie wir ein Thier gewesen, nichtdemüthigend und widerlich st in ? Würden wir cs bereuen, vonjenem elenden niedrigen Zustand nichts mehr zu wissen? Wienun, wenn sich der Zustand der Hähern Wesen zum Menschenverhielte, wie der Stand des Menschen zum rohen Thiere?Doch eine Erinnerung gibt es, welche uns Sterblichen immer-dar, auch bis ins spätste Lebensalter, theuer bleibt — es istdie Erinnerung an Freunde und Geliebte, die wir hatten. Derbetagte Greis gedenkt noch mit Innigkeit irgend eines theuernJugendgespielen, eines Freundes, mit dem er selige Stundenverlebte. Er kann Alles vergessen, aber diesen vergißt er nicht.
Die Liebe ist einer der Vorzüge des Sterblichen,durch welchen er den vollkommensten Wesen ähn-licher wird. Dies Vollkommene kann nicht untergehen; esgehört der Natur seines Wesens an. Auch Gott liebt, aber un-endlicher als wir. Dafür zeugen die Schöpfungen Gottes. Wohlauch im Thier scheinen Geschlechtstrieb und Gewohnheit etwasAehnst'ches hervorzubringcn, das diesem Gefühle zu vergleichenwäre. Aber es geht vorüber im Thiere. Es ist nicht Seelenliebe,wie beim Menschen sie ist. Es ist nur Schatten, der uns täuscht.