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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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betrübt. Wir werden lebhafter als sonst fühlen, daß es thörichtsei, sich ungemeffenem Schmerze über Dinge preiszugeben, dieuns niemals gegeben, sondern nur geliehen wurden. DennAlles, was wir auf Erden haben, erwerben, genießen, gehörtnicht uns, sondern der Erde. Wir sind nur für kurze ZeikNutznießer davon. Nur die erhöhte Vollkommenheit unsersGeistes, wozu Alles, was uns auf Erden verliehen wird, nurHilfsmittel ist, nur diese Vollkommenheit, diesen Selbstadeldes Geistes rettet der Geist, weil er von ihm unzertrennlich, weiler das selbst ist, weil er der Ewigkeit und nicht dem kleinenPunkte dieser Zeit und des Sternes angehört, den wir Erdballnennen.

Wenn aber der Gedanke an die Ewigkeit den Gedanken andie Nichtigkeit des Lebens erweckt : so soll er uns darum nichtgleichgültig gegen die Reize und Schönheiten des gegenwärtigenDaseins machen. Er muß uns nicht mit Schwermuth und Trüb-sinn , nicht mit Verachtung dieser Welt erfüllen, sondern viel-mehr zum weisen und frohen Genuß alles dessen ermuntern, wasGottes Gnade uns Gutes schenkt. Warum sollten wir auch einLeben verachten, welches doch ein Geschenk aus der Hand desuns zärtlich lübenden Schöpfers ist? Warum sollten wir eineWelt verachten, die Gott schuf, und mit unzähligen Wundernschmückte? Wäre es nicht tadelhafc, wenn das wißbegierigeKind die Schule verschmähen würde, aus Begierde, bald weiseund einstchtvvll zu sein? Welch ein Widerspruch! Nun denn,eben so groß ist der Widerspruch, in welchen wir verfallen,wenn wir uns die Freuden zu genießen scheuen, oder sie ver-achten, in Erwartung der bessern, die Gott uns einst gewährenwill. O Mensch, du kleine, niedrige Pflanze, keime, grüne,entfalte deine Blätter und Zweige erst, ehe du in höchster Voll-kommenheit prangen willst.

Statt uns vom heitern Genüsse dieses Lebens und seinerSchicksale zu entfernen, soll der Gedanke an die Ewigkeit unsvielmehr dazu ermuntern. Statt uns von diesem Leben zurück-zustoßen, soll er uns daran fesseln. Denn hier ist unsereVorbereitung für die Zukunft, hienieden zwischen Glück und