auf Erden erschien : wo hat die Erde so viel Befremdendes fürihn? — Ach, in dem Leben jenseits der Todesstunde wirdunser Empfang an Güte und Freundlichkeit demjenigen gleichen,welchen wir hienieden hatten ; ihn vielleicht an Anmuth über-treffen. Dort ist schon unser Glück bereitet, dort schon fürunsere Lust gesorgt. Haben wir dort nicht schon die Lieben, dieuns erwarten?
Warum soll ich daran zweifeln — zweifeln, weil ich csnicht kenne? — Hat Gott nicht schon für mich und meinenEmpfang und für mein Loos auf Erden gesorgt, ehe ich geborenward? Wer dachte denn an mich, ehe ich da war? Wer maßmir meine Freuden zu, ehe ich noch das Herz dazu trug? Wermaß mir meine Leiden zu, ehe ich noch Thränen kannte ? War csnicht der Ewige, der Alllicbende, mein Vater? Wie nun, under, der meiner gedachte, ehe ich war, ehe ich ihn kannte — ersollte mein vergessen, nun ich bin? mich verlassen, nun ich ihnwieder liebe, und seinen Vaternamen stammele? Er sollte michversäumen, nun ich ihn im Tempel seiner Schöpfung bewundereund anbete?
O nein, Vater im Himmel, das kannst Du nicht, das willstDu nicht! Du kannst, Du willst nicht die Geister, welche Duerschufst, verstoßen, wenn sie kaum zur Erkenntniß ihres undDeines Daseins gekommen sind! Du warst ihr Gott, che siewaren ; Du bist ihr Gott, so lange sie hienieden sind; Du wirstihr Gott fein, wenn sie in ihre erhabeneren Bestimmungen ein-treten, die Du ihnen bereitet Haft von Anbeginn der Welt! —Mit Entzücken, mit Vorgefühl unnennbarer Freuden gedenke ichdort hinüber, wo auch Du bist, mein Gott! wo auch sie sind,die Theuern alle, die Du meinem Herzen hienieden gegebenhattest! — O welch ein Augenblick, der Augenblick meinerVerklärung! Welch eine Seligkeit im Wiederfinden aller meinerLieben, welche Du, Vater, mit mir verbunden! — Ich werdees einst mit dem Zittern der Freude stammeln: Vater, Vater,in Deine.Hände befehle ich meinen Geist! Amen. '