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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Niemand da, den ich beleidigte, und habe ich mir seine Ver-zeihung zngestchert? Ist Niemand da, der mich beleidigt hat,und hasse ich ihn noch, lebe ich noch in Unzufriedenheit mitihm?

Sterben werde ich das ist gewiß. Aber werde ich imHerrn sterben? Habe ich im Herrn gelebt? O, ich muß meinAngesicht vor Dir schamlos verhüllen, Herzenskundiger, Alles-erforschet, allheiliger Vergelter! denn ich fühle, indem ich michselbst prüfe, daß ich nicht ganz vorwurfsfrei bin. Zch habe nochVieles^ut zu machen, das ich böse gethan. Ich habe noch Vielesversäumt, das nicht vergessen sein darf. Ich habe nichtimmer in Dir, mein Jesus, gelebt, wie könnte ich nunfreudig in Dir sterben? Es war nicht leicht, jedem meinerBekannten durch irgend eine gute Eigenschaft gefällig, in irgendeiner vortheilhaften Stunde nützlich zu sein und doch geschahes nur selten. Oft geschah wohl leider das Gegentheil! Ach,ich wage kaum daran zu denken.

Aber, vernimm es, allgegenwärtiger Gott, ich will darandenken; ich will verbessern, ersetzen und das Versäumte nach-holen. Ich will in meinem Jesu leben, um einst, schon seligin der Todesstunde, im Herrn entschlafen zu können, mit demBewußtsein: es bleibt Niemand übrig, den es gereut, mich ge-kannt zu haben. Darum gilt auch mir das Wort vom Himmel:Selig sind die Tobten, die in dem Herrn sterbenvon nun an. Ja, der Geist spricht: daß sie ruhenvon ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnennach!