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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
294
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zu leben; mit denen wir immer in traulichen Verhältnissenstanden? Wäre nicht das eine größere Beruhigung, wennwir im letzten Augenblicke wüßten: auch' diejenigen werdentrauern, wenn sie unsern Tvd vernehmen, die niemals eigentlichUmgang mit uns hatten? wenn die ganze Gemeine klagt:wir verloren einen redlichen Mitbürger, einen Beistand derArmen und Verlassenen, einen thätigen Beförderer alles Guten,einen angenehmen Gesellschafter, einen Menschenfreund imvollsten Sinne des Wortes?

Wahrlich, dies Bewußtsein ist in der Todesstunde eineder größten Freuden: daß wir nicht aus der Weltgehen, ohne vonJedem, der uns kannte, geachtetzu sein. Es muß das Schmerzhafteste auf dem Sterbe-bette der Gedanke sein: Wohl Mancher lebt, der da wünscht,er hätte dich nicht gekannt, er wäre nie in Verhältnissen mit dirgestanden.

Mit jenem unendlich süßen Tröste, daß Keiner von denen, diewir hinterlassen, bereut, uns gekannt zu haben, starb einst JesusChristus. Er starb den Tvd der hohen Selbstaufopferungfür das Glück aller Seelen; er starb den Tod der unnennbarenLiebe selbst für die Undankbaren, die ihn noch verkannten. Erstarb, aber selbst seine Verfolger bewunderten ihn; selbst seineRichter sprachen: Wir finden keine Schuld an ihm. Ein ver-wildertes Volk, im Sturme roher Leidenschaften, schleppteihn zum Tode aber Jerusalem weinte. Nach einigen Tagenergriff strafendes Schrecken seine Feinde und Tausende, diesich einst von ihm gewandt hatten, nahmen wieder ihre Zufluchtzu ihm. Noch heute trauert, nach fast zwei Jahrtausenden,das durch ihn erlösetc Geschlecht, wenn es das Andenken seinesLeidens und Sterbens erneuert. Wahrlich, das heißt in Gottsterben! das heißt noch lange im Tode sich vom Segen seinerThaten begleitet sehen.

Selig sind die Tobten, die in dem Herrnsterben von nun an. Ja der Geist spricht: daß sieruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgenihnen nach. (Offenb. Joh. 14, 13.)