das, was mit uns nach dem Tode vorgeht, hat er nur dunkleBilder. (1. Kor. 15, 35 — 44.)
Genug, daß dem Christen die beruhigende Ueberzeugunggeworden ist, es wartet unser ein ewiges Leben, das uns be-stimmt war vom Anbeginn der Dinge. Da wird Gott abwaschenalle Thränen von unfern Augen, und der Tod wird nicht mehrsein; denn das Erste ist vergangen! (Offenb. Joh. 21, 4.)
Noch wenige Augenblicke vor seinem Tode gab Jesus, derWelterlöser, einem der mit ihm gekreuzigten Missethäter densüßen Trost der Unsterblichkeit. Er sprach zu ihm mit sterbenderStimme: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Aber Gott gab die Offenbarung von der ewigen und unver-gänglichen Natur des menschlichen Geistes allen Sterblichen.Alle Völker des Erdbodens glauben an die Fortdauer ihrerSeelen, ohne daß ein Volk diese beseligende Lehre von demandern empfangen hätte. Denn die Gottheit hat die menschlicheVernunft und deren Gesetze also geordnet, daß sie, sobald siezu einiger Kraft gestiegen ist, von selbst genöthigt ist, eingedenkzu sein ihrer unendlichen Zukunft, die sie erwartet.
Alle Religionen verheißen daher diesen Trost, und selbst dieHeiden wemren nicht über dem geliebten Leichnam ihrer Tobten,ohne den nassen Blick hinüber zu wenden nach dem Jenseits desGrabes. — Diese allgemeine Uebereinstimmung, dieser allgemeineGlaube ist Gottes Stimme!
Wie sollten wir auf den entsetzlichen Gedanken ewiger Ver-nichtung gerathen können, da uns die lebende und tobte Natur^die weite Gottesschöpfung, das Ge gentheil zeigt! Was einmalm dem Weltall vorhanden ist, das kann nicht wieder darausverloren gehen. Das Staubkorn, welches du mit Füßen trittst,war einst der Thei! eines Felsens. Der Felsen ist nicht mehr,aber seine' Theile sind noch überall vorhanden. — Wie? undwenn das Allergeringste eine beständige Dauer hat, wiewohles im Laufe der Zeiten tausendmal seine Verbindungen undVerhältnisse ändert : soll das Edelste und Erhabenste, daswir in diesem erschaffenen Weltall kennen, soll der menschlicheGast allein eine Ausnahme machen? — Während das Staub-