wollen hier auf Erden behaglich Wohlleben, verlassen sich hinten-nach auf die Fürbitten der Heiligen, oder auf das VerdienstJesu Christi, und bilden sich ein, damit ihre Selbstvollendungzu gewinnen. Sie wollen ihren Himmel hier auf Erden haben,und wahnen, ihre Gebete, ihre guten Handlungen seien einesgöttlichen Lohnes werth. Nur aus Hoffnung der Belohnung sin»sie gut, nur aus Furcht vor Strafe meiden sie Böses. VonEwigkeit machen sie sich eine Vorstellung, als wäre da unauf-hörlich sinnlich-angenehmes Leben! — Und alle diese Jrrthümer-elfen schamlos Menschen befördern, welche sich Priester desHöchsten Gottes, Lehrer der Weisheit Jesu nennen lassen! UndObrigkeiten sehen die beklagenswürdige Verwilderung des Volks,sehen selbst den rohen Volksglauben, und versäumen gleichgültigihre Pflicht, durch bessere Bildungsanstalten die Erkenntniß gött-licher Dinge zu erweitern auch bei den niedrigsten im Volke!Wie? hat denn die Menschheit ihre erhabenste Bestimmungvergessen, daß davon keine baumähnliche Erinnerung geblieben?Ist kein Christus auferstauden, der da predigte: Vollkommenwerden sollet ihr, wie euer Vater im-Himmel vollkommenist! Und wenn wir an unser» Bestimmungen nicht verzweifeln,an der Wahrheit des Göttlichen nicht irren können: warumwird das Wort Jesu dem Einen ein Spott, dem Andernein todtes Werk? Warum wird das Leben genommen, alswäre keine Ewigkeit? Und das höchste Wesen unedler unvschwächer genommen, als das Bild, welches wir uns sonstvon einem Menschen machen, den wir gerecht, unbestechlichuns weise nennen?
Auferstandener, sie verehren Dich mit ihren Lippen, aberihre Herzen sind entfernt von Dir. Sie werden VerkünderDeines himmlischen Wortes, nicht weil sie Dir Nachfolgen,sondern ein bequemes Leben führen wollen! Sie hängen vomSpiel der Umstände und kleinlicher Vortheile, und von klein-lichen Begierden ab, sie, die als ewige Geister erhaben, wie Dueinst, über die Schicksale sein sollten, die im Irdischen wallen. —Doch nicht alle! Aber die Zahl Deiner wahren Bekenner undNachfolger ist leider so klein!