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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
268
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hatte Freunde, gern sah er den zärtlichen Johannes an seinerBrust; dennoch hing sein Gemüth nicht ganz und leidenschaftlichan Einzelnen. Die gesammtc Menschheit, sprach er, sind meineBrüder, meine Schwestern. Er hatte gern den Genußirdischen Wohlseins, erschien beim Freudenmahl an der Hochzeitzu Kana und verschmähte die köstlichen Salben nicht, mit welchenfromme Ehrfurcht und Dankbarkeit ihn beschenkten; demunzeach-tet opferte er dem Verlust sinnlicher Annehmlichkeiten keinenSeufzer; er hatte oft nicht, wohin er sein Haupt legte, undwich dem Tode nicht aus, da Pflicht ihm gebot, das Lebengering zu achten für das Heil der Sünder. Aber allen Gött^liehen wartet ein Siegestag. Der Auferstandene fand ihn überden Gräbern des Todes.

Ist dies nun die Bestimmung des Menschen wehe mir,wie oft vergaß ich ihrer! Wehe der Welt, in welchen verwor-renen Vorstellungen lebt sie! Wie? haben Natur und Vernunftund Offenbarung keine Bestimmungen mehr, und ist kein JesusMessias auferstanden? Denn ich erblicke die Menschen geschäftigfür alles Andere, nur nicht für das Unsichtbare; sie ringen mitAufopferung von Freude, Gesundheit und Leben nach allemAndern, nur nicht nach Vervollkommnung des Geistes undAehnlichwerdung mit Gott. Sie brüsten sich, klug zu sein;Einer will es mehr sein, als der Andere; Jeder will Zeit undUmstände am schlauesten zu seinen Absichten benutzen aberwo sind die, welche sich zu der Geisteskraft aufschwingen, ver?mittelst deren sie über das Schicksal, über Zeit und Umstände,über Hoffnungen und Furcht erhöht stehen?

Ach, und sehe ich auf die Haufen des Volkes um mich herwelche geistige Finsterniß! Sehnsucht, tiefe, endlose Sehn-sucht ist in Allen nach göttlichen Dingen; Allen ist Religion einHciligthum, Alle blicken zum Himmel, Alle in die dunkelnFernen der Ewigkeit; aber welche traurige Begriffe haben sicüber ihre Bestimmung, welche unwürdige Vorstellungen vonder Majestät Gottes! Sie meinen ihre Vergöttlichung mit sinn-losen Gebeten und kirchlichen Zeremonien zu erkaufen, und da-neben Thiere und Sklaven ihrer Thierheit sein zu dürfen! Sie