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flüchtiges, vorübergehendes Geschenk, aber euer Schatz sei imHimmel! Nehmt die blühende Rose, aber vergesset nicht, daßsie über Tag und Nacht entblättert sein wird. Lebet mit demIrdischen, aber nicht im Irdischen, sondern in euch selbst.Empfanget jede Freude, aber überlasset euch ihr nicht. Verachtetnicht Ehre, nicht Ansehen, nicht Glücksgüter, aber opfert fürsie nicht die allerkleinstc eurer Höhen: Pflichten auf; sie müsseneuch Fremdlinge bleiben. Denn diese irdischen Vortheile könneneuch nicht dauerhaft angchören : so gehört ihr ihnen denn nochweniger an. Wer sich allein selber und seiner Tugend undseinem Gott anzehört, dem gehört Alles; der ist den Schmerzendes Erdcnlebens mehr denn jeder Andere entfernt; den beherrschtkein Verhängniß. Er kann arm sein, verachtet, verfolgt; er kannAnsehen, Glücksgüter, Bequemlichkeiten, Freunde, Vaterlandverlieren : aber seine innere Zufriedenheit, den heiligen Stolzseiner Tugend verliert er nicht. Er ist über die Verhängnisseerhaben. Seinen Trost, sein mm res Glück gab ihm die Welt nicht.Die Welt kann cs ihm also auci, nicht rauben.
Doch, wem rufe ich es zu? — Wer erkennet die ewige Wahr-heit Jesu : Trachtet am meisten nach dem Reiche Gottes undnach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das Andere alles zufallen?(Matthäus 6, 23.) O, sie haben Augen und sehen nicht, siehaben Ohren und hören nicht! Der größere Theil der Mensch-heit ist in seinen sinnlichen Bedürfnissen versunken, und hatkaum Ahnung höherer Bedürfnisse. Er glaubt an Gott, undliebt das Göttliche nicht; er betet zu Gott, und dient seinenLeidenschaften. Er ehrt die Tugend und übt das Unerlaubte. Erhofft die Unsterblichkeit, und gibt sich dem Vergänglichen mitseinem ganzen Wesen hin. Er begehrt das Glück, und fliehtvor demselben. Er kann der Wahrheit nicht widersprechen, undumarmt lieber die Täuschungen der Sinne. Er will ein Mensch,ein höheres Wesen sein, und gefällt sich, Thier zu bleiben. Erklagt über die Härte der Schicksale, und will sich nicht überdie Macht derselben zur Geisteshoheit erheben. Er bleibt elend,unglücklich, zwieträchtig mit Allem, was um ihn ist, und mitsich selbst. Er sucht Rettung, und findet sie nicht. Der Wille