waren; die ihren Nebenmenschen drückten, verleumdeten, be-trogen, nur um sich desto mehr Ansehen auf Erden, mehr Geldund Gewinn, mehr Wohlleben zu verschaffen; denen es lächerlichvorkam, ihren sinnlichen Begierden, ihren thierartigen TriebenGewalt anzuthun, um die Kraft ihres Geistes zu erhöhen; diecs thöricht nannten, auf Unkosten irdischer Vergnügungen tugend-haft zu sein; die es Albernheit oder Schwärmerei hießen, dasGute für andere Menschen zu thun, wenn es uns auch keinenDank einbrächte, oder wohl gar Verfolgungen und große Auf-. opferungen zuzöge.
Wenn diese nun die Hülle, den geliebten Leichnam, ab-werfen sollen, für den sie glaubten, einzig von Gott erschaffenzu sein; wenn sie scheiden sollen von dem Staube, für welchensie allein lebten, für den sie Alles thaten, — so viel Unrechtsthaten: — wohl mag ihnen der Tod entsetzlich sein. Denn arm,unwürdig, elend, unvollendet steht ihre verwahrloset? Seeleda, nicht mehr mit der schönen Unschuld, deren sich noch ihr«Kindheit einst zu rühmen hatte, sondern mit Schuld jederbedeckt. Und was sie säeten, das haben sie im Leben geär «ter.Für die Ewigkeit ihres Geistes hatten sie nicht gesäet.
Schon im Zustand seiner vollen Gesundheit überras cht demungerechten Menschen oft ein Erröthen über seine Ve rworfen-heit. Mitten in seinem Thun schilt er sich selbst: du handelst^wie du es weder vor Gott noch Menschen verantwo rten kannst-Allein die Seele, im Gefühl dessen, was recht ist, wird durchdie Sinnlichkeit übertäubt, der sie alle Gewalt lässt. Wenn nundiese Sinnlichkeit mit dem Körper hinwegfällt; wenn nun einsolches Selbstbetäuben nicht mehr möglich ist, und der Geistnichts als seine Verworfenheit behält und erkennt: welch einZustand ist das? Welche Aussichten in die Zukunft, wenn manmit der Erde Alles verloren, und von 'per Ewigkeit nichts zuhoffen hat?
Nicht also der edlere, weisere Geist, der seine Pflichten kenntund ehrt, und die hohen Bestimmungen achtet, zu welchen ihndie Allmacht Gottes ins große Weltall rief. Nicht so der Christ,der die Macht angenommen hat, die Angelegenheiten der Seele