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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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zusammcnzuziehen, damit man sie hinter demselben nicht inihrer Wahrheit erblicke und man sagt von solchem Menschen,er verstelle sich.

Das Bedürfniß der Seele, mit diesem Schleier angethanzu sein, gab die Gottheit einem jeden Geiste. Daher die tiefe,innige Liebe der Seele zu ihrem Körper; daher der beinaheunüberwindliche Hang zu dem, was wir Leben nennen.

Was heißt aber Sterben?-Nichts anders als die

Trennung der Seele von ihrem irdischen Schleier. Was wirdaus dem weggeworfenen Schleier? Verschwindet er aus GottesSchöpfungen? Nein, er wird Staub und Asche; mischt sich mitder übrigen Erde, aus welcher er einst durch Genuß der Nah-rungen entstand. Er bleibt in der Schöpfung unverloren, unddient zu andern Bestimmungen. Was wird aus der schleierlosenSeele? Verschwindet sie aus den Schöpfungen Gottes?Nimmermehr! Wie möchte das Edelste verschwinden; da dasUnedlere nicht vergehen kann? Sollen wir darum glauben, sie seiaus der Unendlichkeit der geschaffenen Wesen hinweagegangen,weil sie den Schleier hinweggeworfen hat, durch welchen wirallein ihre Anwesenheit sinnlich wahrnehmen konnten? Sie lebt!Denn selbst der Staub lebt noch, und ist da, der sie einst um-hüllte. Sie lebt, denn Gott ist nur Schöpfer, nicht Vernichter!Sie lebt, denn im weisesten Schöpfer findet keine Bereuungdessen statt, was er nach erhabenen Absichten zum Dasein rief.

Und ist denn das Wegwerfen des vergänglichen Schleiers soschmerzlich? Wohl mag der natürliche Trieb zum Leben, denuns der Schöpfer gab, Abscheu erwecken gegen das Scheidenvon der Körperhülle; aber die Kraft des menschlichen Geisteskann selbst über die Schrecken der Natur siegen. Wie viel edleMänner gingen nicht freudig in den Tod für Gott, Vaterland,Glauben und Freunde! Sie empfanden die Schauer des Todesnicht. Wie viel schwache, verderbte, durch Verzweiflung ge-ängstete Menschen endeten nicht freiwillig ihr Leben, das ihnenzur Last ward!

Sterbende heucheln nicht mehr; und in den Gesichtszügenerkennt man die Empfindungen des Gemüths. Fast sollte man