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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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der süße Gesang der Vögel durch die horchenden Haine tönt,und Entzücken in mein Herz gießt. Im milden Duft derBlumen und Kräuter begegnest Du mir, und wenn die Mor-gen- und Abendröthe das Gebirge vergolden, strahlst Du mirentgegen! Dich finde ich in Augenblicken meiner Wonne,Dich in den Stunden meiner Thränen. Wo mich ein Zufallerschütterte, warst Du; wo ich am guten Ausgang verzweifelte,half Deine Güte. Meinem ersten Lächeln warst Du gegen-wärtig, meinen letzten Seufzer wirst Du empfangen!

Allgegenwärtig ist Gott! Die ganze Natur fühk's, alleHimmel und alle Zeiten und alle Schicksale bekennen es: Gottist allgegenwärtig! Wehe, und die Menschen gehen kalt. durch's Leben dahin, treiben sich mit ihren niedrigen Lüstenund Geschäften umher, als wäre kein Gott im Weltall!

Gott ist!-Sünder, und Gott ist auch dir gegen-

wärtig! Sünder, alle Nächte verhüllen ihm deine verbreche-rischen Wünsche nicht. Er sieht deine Gedanken, wie sie entstehenund kommen; er sieht das Gähren und Aufsteigen deiner unreinenBegierden, und durchblickt deine verborgensten Entwürfe. Undwäre der Mund verschwiegener als das Grab, und könntest duBerge wälzen über die Schandthat Gott kennt sie; er ist dirnahe, wie er bei denen ist, die dein Haß verfolgt!

Mörder, erblasse der Allgegenwärtige war Zeuge, alsdu den Gedanken des Brudermordes in deine Seele wälztest.Dich verhüllte keine Nacht, als du mit dem schwarzen Entschlüssedahin gingst. Der ewige, furchtbare Richter stand unsichtbaran deiner Seite, als du die Hand erhobst, einem Unglückseligenden Tod zu geben. Läugne diesen Gott aus dem Weltallhinweg; läugne ihn aus deinem schreienden Gewissen hinwegdein Tag kommt, drin Verbrechen tritt an's Sonnenlicht, unddu wirst gerichtet, blutiger als du Andere gerichtet.

Und du, den die wüthende Begier nach Geld und Gut,oder ein Ehrgeiz, der neben sich Alles verachtet, zum un-gerechten Zeugniß, zum falschen Eide vor den Richter schlepptSklave deines Stolzes , Sklave deiner Bereicherungssucht:schwöre nicht bei dem Throne des Allerheiligstcn! Der Thron,