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auf Erden mächtig genug, den Gedanken der Kunst, desschöpferischen Fleißes und der Tugend zu vernichten? DasGeistige bleibt das Erbe der Menschheit von Jahrhundertzu Jahrhundert; die Form des Geistigen, die irdischen Darrstellungen des Gedankens mögen brechen durch das Schwert desKrieges oder durch die Gewalt der Alles verwitternden Zeit.
Der Blick auf deine Vorwelt und ihre Werke, wie sie alleverstäubten, soll dich nicht Niederschlagen und beugen, sondernerquicken und heben. Denn, Unsterblicher, nur der Sterb-liche ist gestorben und untergegangen! Darum höreauf, stolz zu sein auf das Irdische, und suche deinen Ruhm indem, was unsterblich ist. — Zittere nicht, blühende Jungfrau,für das Hinwelken deiner Schönheit, denn sie soll und wirdwelken. Erhebe dich nicht deiner Kraft, Jüngling; deine müdenArme werden sich nach wenigen Jahren suchen an einem Kindezu stutzen. Freue dich nicht übermüthig deines Reichthums, Be-güterter, er ist nach wenigen Jahren gewiß in der Hand einesAndern. Weine und sorge nicht trostlos, o du Verunglückter,um deinen zerrütteten Wohlstand; es war dir das höchste Heil,ihn einzubüßen, weil er dich mit feinen Fesseln schwer zum.Sinnlichen und Thierischen niederzog; du aber solltest, o un-sterblicher Geist, nicht um das Sterbliche, sondern um das Ewigein dir bemüht sein. Zittere nicht vor möglichen Lebensgefahrenin den Zeitstürmen; du kannst, wenn das Schlimmste geschieht,doch nur sterben. Und dies wirst du müssen, auch ohne denZeitsturm. — Zittere nicht vor dem Hohngelächter deinersiegenden Feinde; — wem sein Gewissen ein frohes Zeugnißgibt, der fürchtet Menschenspott am wenigsten.
Alle, die in den Tagen der Noch um ihr irdisches Wohlseinverzagen, beweisen durch solche Mutlosigkeit, daß sie an demZufälligen mehr hangen, und mit dem Sinnlichen enger ver-wandt sind, als sie es sein sollten; daß ihnen solche Zeiten noch-wendig sind, um sie von ihrer Weichlichkeit'^» befreien, und siezur Christenheit, zur Seelengröße zu erheben. Und erreicht dasUnglück der Tage diesen Zweck in ihnen nicht, so werden nochschwerere Zeiten sie lehren müssen, was noch ist dem Unsterb-
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