diesem vorgeht, und wie sich darin Alles nach den sinnvollstenGesetzen bewegt.
Hier ist offenbar mehr, als eine jener blinden Naturkräfte,als Magnet, oder Licht, oder Wärme und dergleichen. Hier isteine höhere Kraft, die, sich ihrer unbewußt, sich zwar eben sogut in den Gesetzen des Schöpfers bewegt, als jene andern, aberschon Werkzeuge baut zu gewissen Absichten. — Ich nenne dieserhabenere, mächtigere Etwas — Lebenskraft.
Diese Lebenskraft, welche den Körper der Pflanzen, Thiereund Menschen entwickelt, baut und erhält, nach den ewigen Gesetzendes Schöpfers, ist durchaus von den blinden, einfachen Natur-kräften verschieden. Nie wird aus einem Kieselstein ein Roscnstockwerden können ; nie wird der Saatkeim eines Fruchtbaums zuGold werden. Jedes bleibt in seiner Art, was es ist, und dieLebenskraft entfaltet sich nach den Gesetzen der Schöpfung. So wiesie zum Bau der Pflanzen-, Thier- und Menschenkörper irdischeStoffe an sich zieht und verändert: so bedient sie sich auch zurVollendung ihres Geschäftes, gleichsam als geistiger Stoffe, derobengedachten einfachen Naturkräfte. Sie gebraucht dieselben nurals Mittel, und verkündet damit, daß sie höherer Art sei, als jene.
Die Verbindung des Lebenstriebes ist jedoch mit jenen Natur-kräften so innig, daß er ohne Beistand derselben durchaus un-wirksam bleiben müßte. Ohne Zutritt der Wärme und desLichts bleibt die Lebenskraft in den Pflanzenkeimen unthätig; siekann nicht schaffen, die Werkzeuge nicht ausbreitcn über undunter der Erde, um andere Stoffe aufzunehmen.
So erkennen wir im Reiche der uns bekannten Schöpfungschon zweierlei Arten geistiger Wesen : die blinden Naturkräfte,und die wahren Lebenskräfte der Pflanzen- und Thierkörper.Aber die Kraft, welche das Leben hervorbringt, oder vielmehres selbst ist, was wir in Pflanzen und Thieren Leben heißen,ist sich ihrer selbst so wenig bewußt, als die Kraft des Feuers.Was weiß das wachsende Haar unsers Hauptes, was unser ganzerLeib von sich, ohne die Thätigkeit der darin wohnenden Seele?
Die Pflanze hat Leben; auch das Thier; aber das Thier hatSeele, das heißt, die eigene hohe Kraft, sich etwas vorzustellen.