wie Meere und Ebenen; — oder höre, wie aufdem Weltkörper,welchen wir unfern Morgen - und Abcndsteni nennen, Berghöhcnerkannt werden, welche die höchsten Gebirge der Erde weit' übcrtrcffen : so durchdringt mich ein hei.igcr Schauer, und meinGeist schwindelt vor der Größe und Wunderbarkeit des Welt-qebäukes, in welchem ich so viele unserer Erde verwandte Erdenerblicke, wahrscheinlich — nein, gewiß von lebendigen Wesenbewohnt, wie unstre Erde; von Wesen, deren die edelsten Gotterkennen und preistn, wie ich, ach! und vielleicht würdiger undvollkommener, als ich!
Dann sehe ich die Welt wie in einem dunkeln Spiegel; dannerheben sich in mir neue, vorher nie gekannte Empfindungen.Dann fühle ich es, daß ich nicht allein dieser Erde, diesemflüchtigen, nichtigen Leben angchöre, sondern auch andern mituns verwandten Welten; daß ich noch Brüder habe, voll-kommnere, verklärtere in unendlich entfernten Regionen desgroßen Alls. Ich verstumme. Meine Sprache stockt. MeineGedanken versiegen. Ich ahne das Unendliche. Ich stehe in derEwigkeit selbst. Ich sinke in ihren Schauern unter.-'
Welche Mannigfaltigkeit des Lebens und Seins mag injenen dahinschwcbcnden großen Welten des Himmels herrschen!Welche Stufenreihe von immer größern Vollkommenheiten undSeligkeiten, davon ich Irdischer keine, auch nicht die entfern-teste Vorstellung haben kann! Schon hier auf Erden sehe ichdie Mannigfaltigkeit im Großen und Kleinen, und bewunderesie. Schon hier sehe ich Alles in merkwürdiger Ungleichheit.Welch eine Verschiedenheit der Geisteskräfte und Genüsse nurunter den Thiercn! Wie armselig ist die Muschel, welche amFelsen des Ufers klebt, neben dem Käfer, der mit goldenenSchwingen sich durch die Frühlingslüste trägt! Wie erhabengeht der kluge Elephant, das verständige Roß, der dem Menschengetreue Hund, neben andern Geschöpfen aus dem Thierreich!Und was ist der Instinkt oder Naturtrieb aller Thiere nebender Vernunft des Menschen! — Wie, endet mit dem Menschendie Schöpferkraft des Weltenschöpfers? Sollte er das Vollendetstedes ganzen Weltalls sein, weil er bas herrlichste der Geschöpfe