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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
136
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Alles vergeht und verweht; Nichts b!eibt der unsterblichenSeele, als das Göttliche in ihr, die Vollkommenheit, welchesie sich aneignete. Und das Vollkommene, das Göttliche, ist dieTugend! Ja, die Welt vergeht mit ihrer Lust;wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet inEwigkeit! (1. Joh. 2, 17.)

Trost erhabener Offenbarung! Offenbarung Gottes durch dieStimmen der Natur und der Vernunft, durch die Stimmen desWeltheilandes und seiner auserwählten Jünger, durchdringe mitdeiner wundervollen Kraft das Innere meines Wesens!

Auch die dauerhaftesten Denkmäler, auch die größten Werkeder Menschen vergehen aber ich bleibe! Auch der Erdballwird einst veralten, und ohne Bewohner zerfallen, auch dieflammenden Himmelskörper können erlöschen, aber ich bleibe!Alles soll ich verlieren, Alles muß ich einbüßen nur Einskann ich behalten, Eins wird micherhalten, die Tugend,daß ich den Willen der Gottheit vollbringe.

Wie irrte ich auch so lange im Finstern? Wie konnte ich michauch so lange mit Täuschungen ergötzen? Warum suchte ich auchmein Lebensglück, mein höchstes Gut in allem Andern, nur nichtda, wo es vorhanden war? Warum dürstete ich manchmal sounersättlich nach großem Vermögen und Glücksgütern? Ichwußte es ja, daß Reichthum kein Glück macht, weil der gold-reichste und mächtigste Mensch der unzufriedenste, elendeste Sterb-liche sein kann. Ich wußte es ja, daß ich nackt in die Welt kam,daß ich nichts mit mir hinausnehmen werde, als die Vollkommen-heiten, mit denen sich meine Seele veredelte. Ich wußte ja,daß dies die Schätze sind, die ich im Himmel sammeln könnte!

Warum begehrte meine Eitelkeit oft mit so kindischem Ver-langen nach äußerer Schönheit und gefallender Pracht, als wäresie des Menschen höchstes Gut? Ich wußte es ja, die Schön-heit erstirbt nach wenigen Jahren, und wehe dem, der sich keinenbleibenden Werth zu erwerben wußte! Nur Seelenschönheitglänzt durch die Ewigkeit; nur sie dauert in ewiger Ingensfort; an ihr mangeln die Jahre nicht, denn das Ewige ist er-haben über die Zeit, wie Gott.