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einen Theil ihres Reichthums verwendeten. Gott gab ihnenden cdrln Ueberfluss; sie gaben ihn dankbar in TestamentenGott zurück. Ihr frommes Herz, welches Gott den VaterAller hieß, war auch der Liebe gegen ärmere Mübrüder auf-geschlossen , und die Nothlcidenden standen in der Zeit mit inder Zahl ihrer Erben.
In vielen Gegenden ist diese ruhmvolle, ächtchristliche Sitteselten, in vielen schon ganz unbekannt geworden. Unsere Väterstarben : tausend Kranke, die durch ihre Wohlthat noch immerin öffentlichen, frommen Anstalten verpflegt werden, betennoch jetzt dankbar für die unbekannten, längst entschlummertenWohlthätcr — werden einst Andere auch für uns beten? Aufdie marmornen Denkmäler, ihr Reichen, welche ihr auf eureGräber bauen lasset, sieht gleichgültig der Enkel. Er verspottetnur eure fruchtlose Eitelkeit, mit der ihr noch Prunk treibet imTode. Eine einzige warme Dank- und Freudcnchräne des Kran-ken, der nach euerm Tode noch durch eure Stiftungen linderndeHeilmittel empfangen hätte, würde köstlicher gewesen sein, alsdie kalte Thräne, die der Meißel des Künstlers auf demMarmorbilde euers Grabmals anbringt. Jene Thräne zähltGott, diese Thräne ist Staub und Raub der Zeit.
Lasset uns zur guten Sitte unserer ehrwürdigen Väter zu-rückkehren , lasset uns auf unserm Krankenlager jener Hilflosengedenken, welche keine Verpflegung haben können, wie wir, undihre Schmerzen noch stillen helfen, wenn Gottes Hand unsereeigenen Schmerzen schon gestillt hat.
Ehre überall die Leiden deines kranken Mirbrudcrs. Warstdu nie sein Freund, werde es jetzt. Warst du einst sein Feind,gehe hin, versöhne dich mit ihm. Hat er dich beleidigt, gehehin, vergib ihm seine Schuld, daß er mit heiterer Seele vondir und dem Leben scheiden könne; zürnet er vielleicht mitRecht auf dich, gehe hin und bitte ihn um Verzeihung. —Laß Niemanden zürnend von dir scheiden. In der Ewigkeit sollkein Wesen sein, welches gegen dich klagen möchte.
Früher oder später sinkst du wohl selbst ent-kräftet auf dein Krankenlager nieder. Kein Balsam,