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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
114
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Staube empor rief: Ach, ist es möglich, Vater, so gehe dieserbittere Kelch vorüber! Eine solche Stunde war es, wo ernnt sterbender Zunge am Kreuze seufzte: Mein Gott, meinGott, warum hast Du mich verlassen!

Leiden ungewöhnlicher Art können allerdings zuweilen selbstunfern Glauben erschüttern. Wenn wir mit der vollsten Hin-gebung in Gottes Fügungen, mit der festesten Zuversicht aufdie ewige Liebe seines Vaterherzens, mit der liebevollsten Theil-nähme am Wohl u-d Weh unserer Brüder, mit dem größtenFleiß in unser« Berufspflichten, dennoch elend werden, währendBösewichte im Arm des Glückes lächeln, im glänzenden Wohl-sein schwelgen, über unserm Nacken ohne Verdienst emporsteigeu,von keinem Leiden, keinen Sorgen wissen ach , wie verzeihlich

wird da die schmerzhafte Frage des aebcuaten Christ?»-, Ah-«-wozu yllsr meme Lugend k was fruchtet mein Gebet voll heißer

Andacht? was mein Bemühen um Anderer Wohl? was meineOpfer, die ich der Tugend so manchmal darbrachte? Siehe,das Laster siegt, die Tugend wird verspottet. Der Gottesläugncrtrimnphirt; verhöhnt wird die Gottesfurcht und Unschuld desGemüths, als eine Thorheit, und der Gottanbeter wimmerteinsam im Staube. Niemand schließt sich liebend an den Ver-lassenen, Gott selbst scheint erbarmungslos seiner zu vergessen.Wie? ist Gottes Weltordnung selbst im Kampf gegen Alles,was Religion und Frömmigkeit heißt? Sind edle Herzen zumUnglück verdammt? Krönt der Weltregierer selbst nur Ge-wissenlosigkeit, das kühne Verbrechen, die schlaue Schamlosig-keit? Wo bin ich? Warum lehrt Jesus ein reines Herz überAlles achten, wenn dies Herz den mannigfaltigsten Leiden ammeisten preisgcgeben sein soll?

Was hat der fromme Christ verbrochen, daß die Gewitter-wolke des Krieges verderbend über seine Hütte zog? Vielleichtwurden seine Söhne erschlagen, die Hoffnungen seines Lebens;seine Töchter entehrt; seine Güter vernichtet; sein Broderwerbverhindert. Ein hilfloser Bettler, muß er sein Leben lang nunmit Dürftigkeit ringen, ohne Freund und Trost zum Grabehinschleichen, inzwischen schlechtere Menschen sich mit Raub