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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
92
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hiem'edkn gewährt sein? Ach, diesen heiligen Durst stillt erstdas Erwachen im bessern Sein.

Und die Freuden dieses Lebens weit entfernt, daß ichsie verschmähen wollte, denn sie sind Geschenke aus GottesHand! Wie flüchtig sind sie doch! Das längste irdischeVergnügen, wie bald ermüdet es uns! Was haben wir, wennwir Alles haben, wonach uns gelüstet? Ein beständiges Einerlei;immer einen Honigtropfen mit einem Tropfen Wermuth ver-mischt. Keine Lust ist hier ganz rein.

Du fürchtest, o schwacher Sterblicher, den Tod? Aberwas hättest du vom längsten Leben! Du würdest die Freundedeiner Jugend, deine Geliebten, deine Kinder vor dir Hinweg-sterben sehen; du ständest zuletzt verwaiset in der Welt, wieein Fremdling, der nicht mehr zu ihr gehört. Du würdest dichmit wehmüthigem Verlangen nach denen sehnen, die schon dadrüben sind, und Ueberdruß von den leeren Stunden deinesirdischen Daseins empfinden; das längste Leben wäre dir eineschmerzliche Last, die du endlich gern in den Armen des Todesabwerfen möchtest, um befreit und froh den theuern Seelen zu-' zueilcn, die dort deiner harren, wo man keine Klage, keineTrennung, keine Thräne kennt!

Ja, mein Jesus, ich will werden, wie Du forderst, einwahres Kind Gottes, nützlich, liebevoll, wohlthätig, ohneHaß, Eitelkeit und Habgier, rein, wie Du warst, göttlicherMenschenfreund, dann werde auch ich die Schrecken desGrabes nicht kennen, werde den Tod nicht sehen, sondern nurden leichten Wechsel eines Traumes mit dem Erwachen.

Und wenn ich einst erwache zum ewigen, seligen Sein : oJesus! Du Offenbarer der Ewigkeit! o Gott, Du herrlicherGeber der endlosen Seligkeit der Geister! welche heilige Wollusterfüllt mein ganzes Inneres nur schon unter den Ahnungen vondort! Das Grab meine Wiege, das Sterben mein Erwachen, dasVerdunkeln der Erdenwelt mein Sonnenaufgang in schönemGefilden!

Ach, ihr Theuern, ihr vor mir Hingegangenen! ihr Heiß-geliebten, deren heiliges Andenken noch immer die Thräncn