Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
64
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wie du jeden Fehltritt wieder durch bessere Handlungen gut zumachen bemüht warst. Soll sich denn nun ein Kind fürchten,auch wenn es noch nicht alle Fehler abgelegt hat, vor seinenliebevollen Vater hinzutreten? Hat uns Jesus nicht die un-endliche Barmherzigkeit dieses Vaters so schön offenbart? Hater uns nicht dessen Gnade und Vergebung zugcsichert? ..

Wer immer vor dem Allgegenwärtigen mit liebendem Jesus-sinn wandelt, der darf vor dem Allgegenwärtigen nicht zittern; und der plötzlichste Tod wird ihm zur plötzlichen Wohlthat.Ein schnelles Hinscheiden nimmt dem Tod sein Bitterstes. DerAnblick weinender Geliebten und Freunde, der Gedanke an dieTrauer derer, die entfernt sind, erschwert uns nicht den un-vermeidlichen Abschied von der Welt. Und doch ist eben diesfür ein zärtliches Herz das Traurigste von Allem, was der Todbringen kann. Wer mag ohne tiefe Schmerzen den Gram derSeinigen sehen, so gut sie ihn auch zu verheimlichen suchen?wer gelassen sein, wenn sie sich uns nahen, zum letztenmal dieHand der treuen Liebe darzureichen? wer gelassen sein, wennsie betend mit tiefem Jammer unser Sterbelager umringen?

Selbst die mancherlei feierlichen Vorrichtungen auf den Fallunsers Absterbens; das bange Lauschen und Achthaben auf jedeunserer Bewegungen; alle die Umstände, welche gewöhnlicheinen Sterbenden zu umringen pflegen, erschweren diesen letztenAugenblick des Lebens. Darum sendet Gott oft seinen Lieblingeneinen schleunigen Tod. Er entzieht sie der traurigen Nothwendig-kcit, Zeugen zu sein von dem fruchtlosen, oft unmäßigen Schmerzder Zurückbleibenden.

Der Tod, das Entschlummern selbst, ist nicht bitter. Er istja kein Leiden und kann es nicht sein, weil er das Ende allesLeidens ist, wo das Leiden schon aufhört. Nur die Krankheitist das Bittere; aber die Krankheit ist nicht Tod, sie führt den-selben erst langsam herbei. Wen Gott plötzlich aus der Welt ruft,der ist selbst den Unannehmlichkeiten des Krankenlagers entzogen.Er stirbt, ohne den Tod geschmeckt zu haben. Zwischen seinemErden- und Himmelsleben liegt kaum ein Augenblick. OhneSorgen, ohne Furcht, ohne Schmerz, geht er aus dem Hiersein